Amazon-Wolke: Wildes Wachstum in der Obskurität

9. Januar 2012, 10:26
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Amazons Cloud-Service ist einer der grössten der Welt.

Amazons Cloud-Service ist einer der grössten der Welt. So viel steht fest. Darüber, wie viele Kunden Amazon mit seinen unter dem Namen AWS (Amazon Web Services) zusammengefassten Cloud-Dienstleistungen bedient, wie viel Umsatz gemacht, wie viel darin investiert wird und ob Amazon damit Geld verdient, hat die Amazon-Führung allerdings – aus unbekannten Gründen - einen totalen Informationsblackout verhängt.
Zu Anfang Jahr haben Amazon-Vertreter nun wenigstens einige Informationsbrosamen fallen gelassen, wie der 'Register' berichtet, um zumindest anzudeuten, dass AWS nicht nur bereits sehr gross ist, sondern auch explosiv weiterwächst. Mitte Dezember hat Amazon in Sao Paolo in Brasilien ein neues Rechenzentrum für AWS eröffnet. Damit wurde, wie Amazon jetzt beispielsweise erklärte, die Rechenzentrumsfläche für AWS auf einen Schlag verdoppelt. Wie gross sie tatsächlich ist, verrät Amazon aber weiterhin nicht.
Amazon hat 2011, als Ergänzung zu den bestehenden RZs in Nordkalifornien, West Virginia, Dublin und Singapur auch ein weiteres neues AWS-Rechenzentrum in Tokio eröffnet, sowie ein RZ irgendwo im US-Staat Oregon – genauer äussert sich Amazon dazu nicht. In letzterem wird eine speziell gesicherte Cloud exklusiv für US-Behörden betrieben.
Wieviel Speicherkapazität der zu AWS gehörende Speicherservice Simple Storage Service (S3) bietet, sagt Amazon ebenfalls nicht. Schon seit einiger Zeit wird aber die Zahl der darin gespeicherten Objekte bekannt gegeben. Ende 2006, als S3 startete, waren es 2,9 Milliarden, Ende letztes Jahr 262 Milliarden, und Ende 2011 schon 566 Milliarden. Das Wachstum liegt damit weiterhin bei über 200 Prozent pro Jahr. Die Zahl der Datenabfragen steigt anscheinend sogar noch etwas schneller. Bis Mitte 2011 lag der Spitzenwert bei 200'000 Requests pro Sekunde, Ende Jahr wurden laut Amazon 370'000 Requests pro Sekunde erreicht.
Auch die Anforderungen an die Rechenkapazität scheinen schnell weiter zu wachsen: "Schon nur, die Server in die RZs zu bringen und schnell genug zu starten, ist eine Herausforderung", meinte eine RZ-Verantwortlicher kürzlich. Wie Amazon jetzt erklärte, sei 2011 durchschnittlich täglich so viel neue Kapazität zu AWS hinzugefügt worden, wie man im Jahr 2000 noch für den Betrieb des gesamten Amazon-Shops brauchte. (hjm)

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