Amazons Markteintritt in die Schweiz steht kurz bevor

23. November 2017, 16:45
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Der US-Onlinehändler hat eine Kooperation mit der Schweizerischen Post vereinbart. Digitec Galaxus sieht den Markteintritt gelassen.

Der US-Onlinehändler hat eine Kooperation mit der Schweizerischen Post vereinbart. Digitec Galaxus sieht den Markteintritt gelassen.
Müssen sich die Schweizer Onlinehändler nun endgültig gegen Amazon wappnen? Der US-Gigant steht offenbar "unmittelbar" vor dem Markteintritt in die Schweiz. Dies schreibt die 'Bilanz' heute. Der Konzern habe ein Kooperationsabkommen mit der Schweizerischen Post abgeschlossen.
Dem Bericht zufolge werde die Post künftig die Zollabwicklung für den US-Händler übernehmen. Dies bestätigt der Leiter der Postverzollung gegenüber dem Wirtschaftsblatt. Es gebe jedoch noch operative Details zu klären. Aber vor dem Weihnachtsgeschäft könnten schon die ersten Pakete so abgewickelt werden.
Wegen der Kooperation könnten Kunden aus der Schweiz auf das gesamte Sortiment von 'Amazon.de' zugreifen, so der Bericht, und eine Lieferung sei innerhalb von 24 Stunden möglich. Die Verzollung durch die Schweizer Post soll höchstes drei Stunden dauern.
Hiesige Konkurrenz siehts gelassen
"Wir bereiten uns seit Jahren auf eine stärkere Präsenz von Amazon in der Schweiz vor", kommentiert Florian Teuteberg, CEO von Digitec Galaxus, den Bericht auf Anfrage von inside-channels.ch. "Die Anzeichen für den Markteintritt haben sich in den letzten Monaten verdichtet. Wir sind entsprechend gewappnet." In Sachen Preisgestaltung orientiere sich der Schweizer Onlinehändler schon länger am Grosskonkurrenten und man sei über weite Teile des Sortiments konkurrenzfähig. "Nun intensivieren wir den Vergleich", sagt er weiter.
Er glaube nicht, dass die schnellere Verzollung von Amazon-Lieferungen dem Geschäft von Digitec und Galaxus schaden werde. Man verfüge "über eine starke, authentische Marke, mit der sich die Schweizer identifizieren", so der CEO.
Er gewinnt der verstärkten Präsenz von Amazon in der Schweiz auch Vorteile ab. Denn allfällige Preisdifferenzen, etwa zu Deutschland, kämen nicht durch höhere Margen zustande, sondern insbesondere aufgrund höherer Einkaufspreise bei den Importeuren und den Herstellern. Nun sei es unter Umständen möglich, bessere Einkaufspreise durchzusetzen.
"Der Markteintritt Amazons durch die Kooperation mit der Schweizer Post wird dem hiesigen Onlinehandel noch mehr Auftrieb geben. Für den stationären Detailhandel spitzt sich die ohnehin schon schwierige Lage unterdessen weiter zu. Dasselbe dürfte im Verdrängungskampf für kleinere Onlinehändler gelten", schliesst Teuteberg. (Katharina Jochum)

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