Amazons Wolke schwillt an

24. Oktober 2014, 13:22
  • aws
  • cloud
  • microsoft
  • infrastruktur
  • e-commerce
image

Mit seinen Amazon Web Services (AWS) ist der E-Commerce-Riese Amazon der gewichtigste Player im internationalen Public-Cloud-Markt.

Mit seinen Amazon Web Services (AWS) ist der E-Commerce-Riese Amazon der gewichtigste Player im internationalen Public-Cloud-Markt. In den letzten Monaten liess das Wachstum aber nach, vor allem aufgrund von Preiskämpfen mit den beiden Verfolgern Google und Microsoft. Gesonderte Zahlen für AWS gibt Amazon jeweils nicht bekannt, der entsprechende Bereich heisst schlicht "North America, Other". Wie aus den gestern veröffentlichten Zahlen des dritten Quartals hervorgeht, wuchs der Umsatz in diesem Segment auf 1,34 Milliarden Dollar. Im gleichen Quartal im Vorjahr waren es noch 960 Millionen gewesen, im Vorquartal 1,17 Milliarden.
Die Delle im zweiten Quartal scheint also bereits wieder überstanden. Amazon-CFO Tom Szkutak sagte an einer Telefonkonferenz, man verzeichne bei AWS einen Anstieg der Nutzung um fast 90 Prozent. Wie bei Amazon üblich fehlen aber Zahlen, die einen Hinweis zur Profitabilität geben könnten. Amazon-CEO Jeff Bezos ist dafür bekannt, dass er gerne mal auf Gewinn verzichtet, um schneller zu wachsen. So wies der Konzern im Q3 ein Minus von unter dem Strich 437 Millionen Dollar aus. Das Unternehmen investiert kräftig, um seine Marktposition zu verteidigen und auszubauen. Analysten hatten mit einem kleineren Verlust gerechnet. Trotz eines Anstiegs von 20 Prozent verfehlte der Online-Handelskonzern auch beim Umsatz (20,58 Milliarden Dollar) die Erwartungen der Investoren. Schliesslich blieb Amazon auch mit seiner Umsatzprognose für das wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtigen vierten Quartals hinter den Erwartungen zurück.
Neue Geschäftsfelder öffnen
Amazon hatte in der Vergangenheit wiederholt Verluste ausgewiesen, weil der Konzern in neue Geschäftsfelder wie Smartphones, Tablets, Videospiele und TV-Serien investierte. Der US-Konzern stellt sich damit zwar sehr breit auf und ist dadurch rasant gewachsen. Zuletzt wurden die Investoren aber nervös. Schon bei der Vorlage des Verlusts für das zweite Quartal, der mit 126 Millionen Dollar doppelt so hoch ausgefallen war wie erwartet, stürzte die Aktie um zehn Prozent ab. Seit Jahresbeginn haben die Anteilsscheine mehr als ein Fünftel eingebüsst. Amazon hatte damals erklärt, die hohen Ausgaben belasteten zwar kurzfristig weiter die Bilanz. Langfristig werde sich dies aber rechnen.
Auch in den vergangenen drei Monaten hatte Amazon Geld investiert. So wurde das Billig-Smartphone "Firephone" auf den Markt gebracht. Ende August hatte Amazon beim grössten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf Amazons Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können. (sda/mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Das Wachstum der Hyperscaler verlangsamt sich

Bei AWS, Azure und Google Cloud ist es jahrelang nur steil bergauf gegangen. Jetzt aber macht sich der Spardruck der Kunden bemerkbar.

publiziert am 3.2.2023
image

ChatGPT wächst so schnell wie keine andere App

Der KI-Chatbot bricht Rekorde und verzeichnet 100 Millionen aktive Nutzer innert nur 2 Monaten. Nun soll bald ein Abo-Modell eingeführt werden.

publiziert am 2.2.2023
image

10?! Sabrina Storck, COO SAP Schweiz

Die Chief Operating Officer von SAP Schweiz erklärt, wie sich ihre Rolle als "Innenministerin" des Unternehmens wandelt und was es mit der Halbwertszeit von Ferienfotos auf sich hat.

publiziert am 2.2.2023
image

Cloud-Provider doppeln bei Microsoft-Kritik nach

Der US-Konzern beschränke mit seinen Lizenzbestimmungen den Wettbewerb, kritisiert die Vereinigung CISPE. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie soll dies jetzt belegen.

publiziert am 1.2.2023