AMDs 4-Kern-Verzweiflungstat

30. November 2006, 12:28
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Mit der Quad FX Plattform hat AMD seine Antwort auf Intels 4-Kern Core 2 Extreme Prozessor gegeben. Ob es ein kluger Schritt war, muss ernsthaft bezweifelt werden.

Mit der Quad FX Plattform hat AMD seine Antwort auf Intels 4-Kern Core 2 Extreme Prozessor gegeben. Ob es ein kluger Schritt war, muss ernsthaft bezweifelt werden.
Die Ankündigung die Frage nach der Rechtmässigkeit der Bezeichnung Quad-Core, so wird sie bei AMDs Dual-CPU-Verfahren völlig ad absurdum geführt.
Je zwei Prozessoren der neuen AMD Athlon 64 FX-70-Serie sollen Enthusiasten auf einen "megatasking Thrill-Trip" mitnehmen. Die drei geplanten Modelle mit den Bezeichnungen Athlon 64 FX-70, -72 und -74 sind mit 2,60, 2,80 und 3,00 MHz getaktet. Um die beiden CPUs allerdings überhaupt als 4-Kern-Lösung laufen lassen zu können, musste AMD in gewisser Weise Etikettenschwindel betreiben. Da die Athlon 64 X2 Desktop-Prozessoren nicht über genug Hypertransport-Kanäle verfügen, um die Cores aufeinander abzustimmen, hat man schlicht Opteron-CPUs, eigentlich für Server und Workstations gedacht, umgetauft. Abrakadabra, aus Dual-Opteron wird Quad FX.
Damit fangen die Probleme aber erst an. Die in 90 Nanometer gefertigten Opterons bieten derzeit maximal Bandbreiten von 2,8 GHz. Um 3,0 GHz schnelle Quad-FX-Paare anbieten zu können, bleibt also nur ein Ausleseprozess, wie man ihn eigentlich nur von Overclocking-Arbeitsspeichern kennt. Zudem muss die Versorgungsspannung erhöht werden, da es sich ja im Grunde um eine werksseitige Übertaktung handelt. Als Ergebnis ist das derzeit einzig verfügbare Board für die AMD Quad-Core-Lösung, das Asus L1N64-SLI WS, mit einer aktiven Kühlung sogar für die Spannungsregler ausgestattet. Das alles deutet darauf hin, dass von Energieeffizienz keine Rede sein kann.
Es ist ein wenig der Kampf David gegen Goliath, den AMD mit einer 90 Nanometer-Lösung gegen Intels im 65 Nanometer-Verfahren gefertigter CPU ausficht. Anstatt sich überstürzt auf einen Zweikampf mit einem Feind einzulassen, der die Arena noch gar nicht betreten hat (Intels Core 2 Extreme ist derzeit nicht verfügbar) hätte man vielleicht besser auf die Treue der AMD-Fangemeinde vertrauen sollen. Eine unsichere Verfügbarkeit der CPUs, lediglich ein Mainboard und ein Konzept, das Stromverbrauch in Performance umzusetzen versucht, wird es schwer haben, selbst wenn die Leistung an Intels Single-CPU-Lösung heranreichen sollte. (tm)

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