Analytics-Appliance mit Supercomputer-Architektur

24. Mai 2016, 12:49
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Cray verbindet Supercomputer-Hardware mit Hadoop, Apache Spark und weiterer Standardsoftware.

Cray verbindet Supercomputer-Hardware mit Hadoop, Apache Spark und weiterer Standardsoftware.
Der Supercomputer-Hersteller Cray hat heute seine neue Big-Data- und Analytics-Appliance Urika GX vorgestellt. Damit will Cray auch im Geschäft mit Unternehmen stärker mitmischen, die bisher nicht an die Anschaffung eines Supercomputers dachten. Dominik Ulmer, der frühere Chef des Schweizer Supercomputing-Centers CSCS in Manno und seit 2013 Vice President EMEA Business Operations bei Cray, erklärte uns in einem Gespräch vor einigen Tagen das Konzept von Urika GX.
Cray hat schon mit den Vorgängermodellen Urika GD und XA versucht, in diesem Markt zu Punkten. Laut Ulmer hat Cray nun im neuen Modell Urika GX aber erstmals die auf einer Supercomputer-Hardware basierende Appliance mit einer kompletten Suite von Standardsoftware ausgestattet. Die Idee: Data-Scientists finden die ihnen vertrauten Tools wie Hadoop oder Apache Spark vor. Gleichzeitig können sie die im Vergleich zu Standardservern deutlich höhere Leistung der Supercomputer-Hardware nützen, ohne sich spezifisches Know-how erarbeiten zu müssen. Zusätzlich sollen bereits getätigte Investitionen in auf solchen Tools basierenden Anwendungen geschützt werden. Und wenn sie sich doch zusätzliches Know-how zulegen, können Anwender auch die ebenfalls vorhandenen Softwaretools aus dem Supercomputing-Bereich nützen, um noch mehr Leistung zu erreichen oder Probleme anzugehen, die mit den herkömmlichen Tools schwer lösbar wären.
Dieses Prinzip der "doppelten" Softwareausstattung findet man auf mehreren Ebenen des Software-/Hardware-Stapels der Urika GX (siehe Grafik). So kann beispielsweise zusätzlich zu Hadoop und Spark auch die Cray Graph Engine genützt werden. Diese kann laut Cray für komplexe Grafik-basierte Analysen genutzt werden und soll dabei zehn bis hundert Mal schneller sein als herkömmliche Lösungen für solche Aufgaben.
Weiter können Anwender zwischen YARN und dem Cray-Eigenen, batch-orientierten Workload-Manager SLURM wählen, ebenso wie zwischen dem Hadoop-Filesystem HDFS und dem aus dem High-Performance-Computing stammenden Lustre.
Im Standard-Rack
Auch äusserlich passt sich die Supercomputer-Appliance der Welt der Standard-Rechenzentren an. Statt der im Supercomputing-Bereich verbreiteten grösseren Kabinette verwendet Cray ein normal dimensioniertes 42U-/19-Zoll-Rack. Ab dem dritten Quartal dieses Jahres werden drei Konfigurationen mit 16, 32 oder 48 Nodes erhältlich sein. Pro Node sind je zwei Intel Xeon v4-Prozessoren mit je 18 Kernen vorhanden. Insgesamt kann man die Systeme mit bis zu 22 Terabyte DRAM, 35 Terabyte PCIe-Flashspeicher direkt auf den Nodes und 192 Terabyte Harddiskspeicher ausrüsten. Für die interne Vernetzung wird nicht Infiniband sondern das Cray-eigene "Aries"-Netzwerk verwendet. Auch die grösste Konfiguration hat in einem Rack Platz. Der Kommentar von Cray-Mann Ulmer: "Packen haben wir gelernt."
Ein Knackpunkt für den Markterfolg der Cray-Appliance ist neben den Leistungs- und Bedienungseigenschaften der Preis im Vergleich zu ähnlich leistungsstarken Systemen aus der Standardserver-Welt. Zum vorgesehenen Preisbereich wollte uns Ulmer allerdings keine Hinweise geben, ausser dass das Pricing "konkurrenzfähig" sein werde. (Hans Jörg Maron)

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