Angestellte wünschen sich mehr KI-Hilfe im Covid-Stress

9. Oktober 2020, 12:55
image

Eine Mehrheit der Arbeitnehmenden spricht lieber mit einem Roboter über Stress und Ängste als mit ihrem Chef, so eine Studie.

Für Arbeitnehmende weltweit sei 2020 das stressigste Jahr der jüngeren Geschichte, schreiben Oracle und das HR-Beratungsunternehmen Workplace Intelligence zu ihrer neuen Studie "[email protected]". Dafür wurden weltweit Angestellte und Führungskräfte befragt.
Dass IT-Fachkräfte vermehrt unter Stress leiden, hatte bereits unsere eigene Umfrage festgestellt.  Auch die "[email protected]"-Studie kommt für verschiedene Wirtschaftszweige zum selben Schluss: Erhöhter Stress und die allgemeine Verunsicherung durch die Corona-Pandemie hätten sich negativ auf die psychische Gesundheit von 78% der weltweiten Belegschaft ausgewirkt. 38% der Befragten geben eine Zunahme von Stress an, 35% einen Mangel der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, 25% nannten Burnout als Folge.
image
Grafik: Oracle / Workplace Intelligence
Die Studie fragte weiter gezielt nach den Erwartungen an KI und deren Möglichkeiten in dieser Situation. Rund 68% der Befragten sagten, sie würden lieber mit einem Roboter als mit ihrem Vorgesetzten über Stress und Ängste bei der Arbeit sprechen. 80% sind offen dafür, einen Roboter als Therapeuten oder Berater beizuziehen.
Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass KI-Technologie die Produktivität der Mitarbeiter erhöht (63%) und die Arbeitszufriedenheit (54%) sowie das allgemeine Wohlbefinden verbessert (52%) habe. Eine grosse Mehrheit (88%) will deshalb verstärkt KI-Lösungen. Um schnelle Antworten und Informationen liefern, sagten 63%, um Verwaltungsaufgaben zu automatisieren (59%) und um neue Lernfähigkeiten zu empfehlen (50%).

In Japan ist KI am Arbeitsplatz am wenigsten verbreitet

Welche Länder nehmen KI am meisten an? In Indien und China gaben 91% an, lieber mit einem Roboter als mit ihrem Manager zu sprechen. Korea und Deutschland hatten mit 54% bzw. 52% die geringste Anzahl an Befragten, die angaben, dass ihre Organisationen die KI-Technologie gut nutzen. Nur 26% der japanischen Befragten geben an, dass ihre Organisationen derzeit irgendeine Form von künstlicher Intelligenz an ihrem Arbeitsplatz einsetzen, was deutlich unter dem globalen Schnitt von 50% liegt.
"Es gibt viele Mittel, um für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen – gerade eine Technologie wie künstliche Intelligenz bietet hierzu einige Möglichkeiten. Doch erst einmal müssen Unternehmen psychische Gesundheit auf ihre Tagesordnung setzen. Wenn es gelingt, sowohl auf der HR- als auch auf der Führungsebene entsprechende Gespräche zu starten, ist ein Fortschritt möglich. Die Zeit dafür ist jetzt gekommen", sagt Emily He, Senior Vice President bei Oracle Cloud HCM, zu den Erkenntnissen aus "[email protected]".
Für die Studie wurden zwischen Juli und August 2020 12'347 Personen aus den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Italien, Deutschland, Indien, Japan, China, Brasilien und Korea interviewt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Vertragsauflösung in UK: Bei Atos könnten viele Stellen wegfallen

Ein auf potenziell 18 Jahre angelegter Vertrag zwischen der britischen Pensionskasse und dem IT-Dienstleister wurde nach 2 Jahren aufgelöst. Medien gehen von 1000 Stellen aus, die gefährdet sind.

publiziert am 3.2.2023
image

Google will ChatGPT-Konkurrenz öffentlich zugänglich machen

OpenAI hat mit Microsoft den Kampf um die Zukunft des Internets eröffnet, nun zieht Google nach. Das bedeutet ein Umdenken im Suchmaschinenkonzern.

publiziert am 3.2.2023
image

APIs bei Twitter werden kostenpflichtig

Schon in weniger als einer Woche werden Entwicklerinnen und Entwickler zur Kasse gebeten. Ein Preismodell gibts noch nicht.

publiziert am 3.2.2023
image

Wie die Schweizer Bevölkerung die Digitalisierung wahrnimmt

Cybergefahren werden präsenter, E-Government-Vorhaben nicht: Die Stiftung Risiko-Dialog hat der Schweiz auf den digitalen Zahn gefühlt.

publiziert am 2.2.2023