Anhaltende Nachfrage und Lieferprobleme prägen den PC-Markt

12. Oktober 2021, 13:52
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Das Marktwachstum bleibt beeindruckend, könnte aber ohne Lieferprobleme noch höher ausfallen, sagt Marktforscher Canalys.

Laut Angaben des auf die IT-Lieferkette spezialisierten Marktforschungsunternehmens Canalys wurden im 3. Quartal 2021 weltweit 84,1 Millionen PCs ausgeliefert, 5% mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Die Zahl der gelieferten Einheiten stieg im Unterbereich mobile PCs und Workstations um 3% auf 67,4 Millionen und im Bereich Desktop-PCs und -Workstations um 12% auf 16,6 Millionen Einheiten.
In den fünf vorangehenden Quartalen habe man zwar Wachstum im zweistelligen Prozentbereich gesehen, aber insgesamt sei der Markt weiterhin stark, vor allem wenn man in Betracht ziehe, dass das 3. Quartal 2020 ja auch schon ein sehr starkes Quartal gewesen sei, sagt Canalys.
Die Freude bei den Herstellern ob der anhaltend hohen Nachfrage könnte allerdings noch grösser sein, wenn sie keine Lieferprobleme hätten und die Kundennachfrage schneller befriedigen könnten. "Die Probleme in der globalen Lieferkette und bei der Logistik bleiben die wichtigsten Bremsklötze für den PC-Markt", sagt dazu Ishan Dutt, Senior Analyst bei Canalys. "Auch mehr als ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie werden Komponentenhersteller durch regionale Lockdowns oder andere Anti-Covid-Massnahmen ausgebremst. Hinzukommen massive Probleme im globalen Frachttransport, die explodierende Frachtpreise und grosse Lieferverzögerungen verursachen."

Krise der Container-Schifffahrt

Die Hauptursache für die Probleme in der Transportkette ist die seit rund einem Jahr andauernde Krise in der Container-Schifffahrt. Eine Mischung verschiedener Ursachen hat zu einem Ausnahmezustand im Transportwesen geführt: Die Weltwirtschaft erholt sich von der Pandemie, in vielen Ländern ist die nationale Konsumlust wieder erwacht und insbesondere der Online-Handel boomt. Dies verursacht eine enorme Nachfrage nach Transport- und Abfertigungskapazitäten.
Diese Kapazitäten sind aber in den vergangenen Jahren nur moderat gewachsen und für den gestiegenen Bedarf reichen sie kaum aus. Hinzu kommen noch unglückliche Vorfälle wie die zeitweise Schliessung von wichtigen Häfen wegen Covid oder die tagelange Blockade des Suezkanals durch die Havarie des Containerriesen "Ever Given". Insgesamt hat die Situation dazu geführt, dass oft viel zu viele Containerschiffe in zu kurzer Zeit die gleichen Häfen anlaufen sollten, und nun teilweise wochenlang auf ihre Abfertigung warten müssen. Gleichzeitig gibt es Probleme mit dem Container-Management. Mancherorts stapeln sich die leeren Container, und dort, wo Waren verladen werden sollten, fehlen sie.
Einige Retailer, auch in der Schweiz, haben deshalb damit begonnen, ihre Kunden dazu aufzufordern, Bestellungen für Weihnachtsgeschenke, insbesondere Elektronikprodukte, bereits jetzt zu tätigen, damit diese noch vor Weihnachten tatsächlich ankommen.

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