Anonym telefonieren für Kriminelle kein Problem

6. August 2007, 09:22
  • telco
image

Registrierungspflicht für Prepaid-Handys wird mühelos umgangen.

Registrierungspflicht für Prepaid-Handys wird mühelos umgangen.
Seit 2004 müssen in der Schweiz auch die Nummern von Prepaid-Handys auf eine Person oder eine Firma registriert werden. Damit sollten Ermittlungen über den Telefonverkehr von kriminellen und Terroristen vereinfacht werden. Wie nun die 'NZZ am Sonntag' gestern berichtete, hat die Polizei allein in der Stadt Zürich bis Ende 2006 rund 17'000 falsch registrierte Handys verzeichnet, meist im Zusammenhang mit Drogendelikten.
Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die Registrierungspflicht weitgehend unwirksam ist und es für Personen, die ein Interesse daran haben, kaum ein Problem darstellt, an ein Handy zu kommen, das nicht auf ihren Namen registriert ist.
Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) erklärte noch 2005, dass sich Schwindeleien bei den Einträgen im Promillebereich bewegen würden. Das könnte auf die Erstregistrierungen zutreffen. Das Hauptproblem ist aber, dass Handynummern weitergegeben werden können. Der erste Besitzer bleibt zwar gemäss 'NZZ am Sonntag' "theoretisch haftbar". Aber Handys können auch gestohlen werden und oft werden die Nummern mehrmals weitergeben werden. "Dann", so Thomas Jauch, Sprecher der Berner Stadtpolizei zur Sonntagszeitschrift, "verliert sich der Faden für uns völlig." (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Meinung: Big-Tech-Beteiligung an Netzausbaukosten ist absurd

Das wäre, wie wenn sich Mercedes und VW sich am Strassenausbau oder Samsung und Miele am Stromnetzunterhalt beteiligen würden, kommentiert Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 27.9.2022 3
image

Swisscom und EU-Telcos fordern Big-Tech-Beteiligung an Netzkosten

16 CEOs von europäischen Telekomunternehmen wollen, dass sich Google, Meta, Netflix & Co. am Netzausbau beteiligen. Die Forderung ist nicht neu, doch der Ton gewinnt an Schärfe.

publiziert am 26.9.2022
image

268 Millionen IPv4-Adressen sind verschwunden

Ein Forscher bezichtigt Adobe, Amazon und Verizon der unrechtmässigen Verwendung von reservierten IPv4-Adressen. Dadurch werden diese praktisch unbrauchbar.

publiziert am 20.9.2022
image

Huawei Schweiz ehrt seine "Partner des Jahres 2022"

Der chinesische Technologiekonzern betont bei der Award-Vergabe 2022 "bedeutende Projekte" der öffentlichen Hand.

publiziert am 20.9.2022