Anonymous jetzt auch gegen Terror-Manifest

26. Juli 2011, 12:00
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Österreichische TV-Gebühreneintreiber und italienische Cyberpolizei gehackt. Norwegisches Terror-Manifest im Visier.

Österreichische TV-Gebühreneintreiber und italienische Cyberpolizei gehackt. Norwegisches Terror-Manifest im Visier.
Zwar melden die Behörden in Übersee die Verhaftung mutmasslicher Hacker von Anonymous, dem Hacker-Kollektiv den Garaus gemacht haben die Zugriffe allerdings keineswegs:
GIS in Österreich
Gestern haben die Hacker bei der österreichischen Gebühren Info Service GmbH (GIS), dem Pendant der Schweizer Billag, 214'000 Kundendaten gestohlen, 96'000 davon inklusive Kontodaten. Bekannt zum Angriff hat sich eine Gruppe mit dem Namen AnonAustria, die sich zu Anonymous zählt.
Laut dem Bekennerschreiben gehe es der Gruppe nicht darum, "den Zwangskunden [der GIS] zu schaden. Vielmehr wollen wir die eklatanten Verstösse der GIS gegen das Datenschutzgesetz aufzeigen". Die Hacker drohten damit, alle Kundendaten zu veröffentlichen, wenn die GIS den Angriff nicht zugebe.
Unterdessen räumte die GIS gegenüber der Nachrichtenagentur 'APA' Fehler im Umgang mit dem Fall ein: Man habe die Dimension des Datenklaus zu Beginn unterschätzt. "Uns war zunächst selber nicht klar, was passiert ist", sagte ein Sprecher. Eine neu eingesetzte Task-Force solle sich nun mit dem Thema IT-Sicherheit und datenschutzrechtlichen Fragen beschäftigen.
Cyber-Polizia gehackt
Anonymous- und Lulzsec-Hacker wollen weiter den Webauftritt der italienischen Internetpolizei geknackt und geheime Daten gestohlen haben. Die "Operation Italien" habe "einige der wichtigsten und geheimsten Berichte" der Polizeieinheit "über ihre rechtswidrigen und unmoralischen Praktiken" ans Licht gebracht, zitiert 'Stern' aus einer Mitteilung von Anonymous.
Die geklauten Daten sollen Informationen von Unternehmen enthalten, die mit kritischer Infrastruktur zu tun haben, wie den Ölfirmen Gazprom oder Exxon Mobile, aber auch dem australischen Verteidigungsministerium. Laut dem Communiqué verwende die italienische Cyber-Polizei die Daten "im grossen internationalen Spionagespiel" und belege "missbräuchliche Handlungen".
Terror-Manifest im Visier
Aus aktuellem Anlass nehmen die Hacker offenbar auch den Attentäter von Norwegen respektive dessen 1500 Seiten langes Terror-Manifest ins Visier, das als PDF-Dokument (Bild) im Internet kursiert.
In einem Aufruf fordert die Gruppe die Internetnutzer auf, an der "Operation UnManifest" teilzunehmen und das Dokument verändert und unter dem Originalnamen wieder zu veröffentlichen. "Fügt dummes Zeug hinzu, streicht Teile davon, photoshopped sein Bild, macht, was ihr wollt". So solle aus dem Attentäter ein Witz gemacht werden, den niemand mehr ernst nehmen könne. (pk)

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