Ansturm auf Badener HP-Konferenz

28. Mai 2013, 14:59
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Der IT-Riese Hewlett-Packard positioniert sich als Transformations-Enabler und stellt Kunden vor, die schon auf "One HP" setzen.

Der IT-Riese Hewlett-Packard positioniert sich als Transformations-Enabler und stellt Kunden vor, die schon auf "One HP" setzen.
Noch nie sei die Kundenveranstaltung Invent so gefragt wie heute, lässt HP Schweiz verlauten. Schon einen Monat zuvor sei der Event völlig ausgebucht gewesen und man habe viele Interessenten abweisen müssen – einige hätten sich vorsichtshalber bereits für das nächste Jahr vormerken lassen, so PR-Managerin Anita Felder. Die Räume des Badener Konferenzzentrums Trafo waren denn auch ziemlich vollgestopft, zumal Teile der Fläche durch Exponate von HP-Partnern und HP selbst beansprucht wurden. HP trat nämlich unter dem Motto "One HP" dieses Jahr erstmals mit sämtlichen Business Units auf, zu sehen gab es dementsprechend alles vom superschnellen Office-Tintenstrahler mit 70 Seiten pro Minute über ein hochdicht mit ultrakompakten "Moonshot"-Mikroservermodulen befülltes Rack bis zu "ausgeklügelten Cloud-Lösungen", wie das Programmheft festhält. Und auch die Service- und Schulungssparte pries ihre Leistungen breit an.
HP liess sich im übrigen nicht lumpen, stellte das Ganze unter das konsequent durchgezogene Motto "Get on Board" und untermauerte dies mit allerlei Details aus der Linienfliegerei, von der Badge-Abholstelle (Check-in-Schalter) über die Drucker- und Computing-Expo (Duty Free Zone), das Konferenzprogramm in Form einer Fluganzeigetafel und den Auftritt einer Komödiantin als Stewardess bis hin zur abschliessenden Präsentation von Jungpilot Carlo Schmid, der mit einem Kleinflugzeug die Erde umflogen hat. Die Idee dahinter: Die Kunden sollen, natürlich mit HP, ihre IT-Projekte zum Fliegen bringen.
Das Publikum zeigte sich vom Gebotenen zumeist angetan und diskutierte rege untereinander und mit dem zahlreich anwesenden HP-Personal. Nicht alle waren jedoch absolut begeistert, so etwa ein Vertreter eines Softwarehauses: "Zumindest bei den Keynote-Ansprachen war die Substanz eher dünn. Es ist auch fast das Gleiche wie letztes Jahr. Aber kommen muss man fast, nur schon, um bei den eigenen Kunden mitzureden, die hier von den Neuheiten hören. Und auf jeden Fall ist es eine gute Gelegenheit, mal wieder aus dem Büro zu kommen..."
HP als Transformations-Enabler
HP-Schweiz-Geschäftsführer Marcel Borgo stellte den "New Style of IT" ins Zentrum seiner Keynote-Ansprache. Anwender im Unternehmen und Konsumenten hätten heute neuartige Ansprüche, die mit den traditionellen Transaktionssystemen ("die sind ja gegeben") nicht befriedigt werden könnten. Mobile, Cloud, Social und Big Data seien gefragt. Unternehmen stünden unter Druck, sich diesen Entwicklungen zu öffnen und müssten ihre IT und auch ihre Organisation und Unternehmenskultur entsprechend transformieren.
HP wolle diese Transformation zur "Agile Enterprise" ermöglichen, und zwar ohne kostspielige Investitionen. Und HP könne das auch, denn man sei in allen Bereichen von der gesamten Hardware-Infrastruktur über Software und Services bis zu kompletten und komplexen Lösungen beschlagen. Mit anderen Worten: HP preist in etwa das gleiche an wie die anderen übrig gebliebenen IT-Riesen IBM und EMC/VCE. Borgo leugnete allerdings nicht, dass die Zeiten nicht eben rosig sind: "Wir spüren den Druck, 2013 ist ein herausforderndes Jahr."
Windows-Tablets, Rechenzentren und Mikroserver
Einige Neuheiten erwähnte Borgo ausdrücklich. Den Tablet-Markt habe HP nicht etwa verpasst, der sei im Geschäftsumfeld ja überhaupt erst im Kommen, und mit dem Elitepad 900 habe man ein hervorragendes Gerät, das sicher, gut zu managen und mit allen Windows-Anwendungen kompatibel sei.
Die "Converged Infrastructure" sei quasi die Fortsetzung dessen, was schon im Jahr 2000 mit dem "Utiliy Data Center" begonnen und später "Adaptive Center" geheissen habe. Hier kam Borgo von der Flugmetapher weg und meinte, infrastrukturmässig könne man dem Kunden heute ein komplettes Auto anbieten, das auch wirklich fährt, statt wie früher separat den Motor, das Lenkrad und die übrigen Teile, die der Kunde dann selbst zusammensetzen musste.
"Ganz, ganz stolz" zeigte sich der Schweizer Geschäftsführer über den Mikroserver "Moonshot" auf Basis von Komponenten aus der Mobile-Welt. Heute gibt es Moonshot in Form von Cartridges mit einem Server, bis Ende Jahr soll eine Vier-Server Variante folgen. Dann, so Borgo, haben 180 Server im Volumen eines herkömmlichen Rackmount-Servers Platz.
Kunden, die auf HP setzen
Interessant waren drei Kundenstorys, die Unternehmen zeigten, die bereits auf "One HP" setzen. Das Einrichtungshaus Pfister hat die gesamte IT an HP ausgelagert, wie CFO Ivan Bosin ausführte. HP betreibt das Rechenzentrum, die Desktops und das gesamte SAP-Netzwerk an 25 Standorten. Die Pfister-eigene IT besteht aus nur sieben Personen. Das nächste grosse Projekt heisst "Future Workplace" und hat zum Ziel, den Pfister-Mitarbeitenden intern und im Kontakt mit dem Kunden günstiges und flexibles mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Dazu, so Bosin, muss zunächst auch die Infrastruktur erneuert und die traditionell hohe Datenredundanz zwischen den verschiedenen Systemen reduziert werden. HP hat dafür ein Konzept vorgelegt, das Projekt ist momentan am Laufen und soll bis Ende 2014 umgesetzt werden.
Für Christoph Büeler, Head of ICT der Pilatus-Flugzeugwerke (bekanntermassen neu mit Geschäftsjet), kommt Outsourcing nicht in Frage, und zwar aus Unabhängigkeits-, Flexibilitäts- und Vertraulichkeitsgründen. Man arbeite ja schliesslich mit militärischer Kundschaft. "Mein Top-Management will vom Anbieter auch Swissnes und lokale Erreichbarkeit. Wir wollen nicht von Mitarbeitenden in einem Rechenzentrum in Bangalore abhängig sein." Sein Unternehmen betreibt die IT also inhouse, aber: "Die Hardware ist gemietet. So kann ich alle viereinhalb Jahre neu evaluieren, ohne neu zu investieren." Büeler setzt dabei auf eine One-Vendor-Strategie mit HP als Anbieter.
Der erste grosse Tablet-Kunde mit peripherem Schweiz-Bezug ist die Emirates Group, die expansive Airline, die den weltbesten Bordservice anbieten will und ihre Airbus-380-Flieger mit einer Cocktailbar ausstattet. Bei Emirates fungiert nämlich André Wyss als Manager Production Technologies. Neu erhalten alle Purser ein HP-Tablet, das mit der speziell entwickelten App "KIS" ausgestattet ist und dem Purser alle Informationen für die optimale Passagierbetreuung liefert, von der Zusammensetzung der Crew nach Nationalitäten und Sprachen bis zum individuellen Essenswunsch. "Diese Anwendung ist sehr komplex und nutzt sowohl eine Metro-Style-App als auch eine konventionelle Desktop-Applikation." Mit einem Android- oder iOS-Gerät wäre KIS laut Wyss nicht realisierbar. (Urs Binder)
(Interessenbindung: HP ist ein wichtiger Werbekunde unseres Verlages.)

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