Anthroposophie bei der Mitarbeiterbewertung von SAP

15. August 2016, 13:49
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SAP-Mitarbeiter sollen individueller bewertet werden. Statt Noten gibt es einen kontinuierlichen Dialog.

SAP-Mitarbeiter sollen individueller bewertet werden. Statt Noten ist neu ein "kontinuierlicher Dialog" für die leistungsbezogenen Gehaltsanteile ausschlaggebend.
Seit vielen Jahren gibt es in den Waldorfschulen statt dürrer Noten am Ende des Jahres individuelle Beurteilungen. Fördern statt bewerten ist die Devise. Das scheint nun auch bei der Software-Schmiede aus Walldorf angekommen zu sein - die Namensähnlichkeit hat übrigens nichts mit der Sache zu tun. Denn ab 2017 will SAP konzernweit die jährliche Benotung der Mitarbeiter in einer fünfstufigen Bewertungsskala abschaffen. Sie war bisher ausschlaggebend, für die leistungsbezogenen Gehaltsanteile. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Reuters' gibt SAP an, weltweit neue Wege gehen zu wollen. Zwar wird weiterhin Leistung erwartet, doch soll die nicht mehr über die bisher üblichen Ratings in dem heutigen, statischen Modell abgefragt werden.
Statt in Mitarbeitergesprächen zum Jahresanfang Ziele zu vereinbaren, sie im Sommer zu kontrollieren und vor Weihnachten dann je nach Note auszumünzen, erprobt SAP seit diesem Jahr bei etwa zehn Prozent der knapp 80'000 Beschäftigten ein Konzept ohne solcher Noten. Neu erhalten die Mitarbeitern von ihren Chefs im Rahmen der laufenden Arbeiten in kurzen Zeitabständen Rückmeldungen.
System soll nächstes Jahr konzernweit eingeführt werden
Laut SAP sind die bisherigen Erfahrungen mit dem kontinuierlichen Dialog so positiv, dass das System nächstes Jahr im ganzen Konzern umgesetzt werde. Man sei sich darüber im Klaren, dass damit der nötige zeitliche Aufwand für die Mitarbeiterbeurteilung "nicht kleiner" werde. Noch in Arbeit sei zudem eine Regelung für die Abhängigkeit der Bezahlung von der individuellen Leistung. Sicher ist hierbei nur, dass SAP an "der Performancekultur der Gehaltsentwicklung" festhalten will.
Als Grund für den Schwenk wird auf die sich heute schnell ändernden Anforderungen in der Industrie verwiesen. Drei Termine im Jahr entsprächen nicht mehr der realen Dynamik, die insbesondere in der Software-Branche hoch sei. Das Notensystem zur Mitarbeiterbewertung wurde in den 80er Jahren mit der Einführung bei General Electric populär. Aber dort ist es inzwischen genauso wieder abgeschafft worden wie etwa auch bei Microsoft, Adobe oder beim Berater Accenture.
Interessant ist, dass SAP 2011 das amerikanische Unternehmen Success Factors übernommen hat, das mit einer Cloud-basierten Software unter anderem auch die Mitarbeiterbeurteilung adressiert. Dieses Tool wurde auch bei SAP selbst eingeführt und wird seit Februar auch in einer Version ohne Benotung angeboten. (vri)

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