Antiviren-Software schützt nicht vor "Staatstrojaner"

12. Oktober 2011, 16:11
  • security
  • schweiz
image

Die Debatte um den "Bundestrojaner", jene Schadsoftware, die in Deutschland von Strafverfolgungsbehörden zur Aushorchung von PCs benützt wird, schlägt vor allem bei unseren Nachbarn hohe Wellen.

Die Debatte um den "Bundestrojaner", jene Schadsoftware, die in Deutschland von Strafverfolgungsbehörden zur Aushorchung von PCs benützt wird, schlägt vor allem bei unseren Nachbarn hohe Wellen. So haben unsere Kollegen von heise security die Frage gestellt, ob Antivirensoftware vor dem "Bundestrojaner" schützen würde.
Die Antwort ist so logisch wie ernüchternd: Sie würde nicht. Denn bevor der Chaos Computer Club die Spionagesoftware am Wochenende entlarvt hatte, erkannte sie gemäss heise kein einziges Antiviren-Programm. Diesen Montag hat sich das geändert: Die Security-Lösungen warnen nun vor der "Trojaner".
Einige Lösungen aber erkannten die Spionagesoftware nur, wenn sie völlig unverändert ist, was wohl selten der Fall sein wird.
heise befürchtet auch, dass die Verhaltenserkennung in Antivirenlösungen, die zwar nicht verhindern könnte, dass ein Trojaner auf den PC kommt, wohl aber dass er aktiv wird, nicht funktionieren würde. Die Verhaltensmuster des Trojaners seien dafür zu untypisch.
Hersteller Digitask hat auch in die Schweiz exportiert
Die Firma Digitask, die die Spionagesoftware entwickelt und den deutschen Behörden verkauft hat, hat auch Software in die Schweiz verkauft, berichtet heute die Online-Ausgabe der NZZ. Wer die Kunden sind, ist aber unbekannt. Weder das Justiz- und Polizeidepartement noch die Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz beantworteten die Fragen der Zeitung. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

EPD-Infoplattform von eHealth Suisse gehackt

Unbekannte haben von der Website Patientendossier.ch Nutzerdaten abgegriffen. Das BAG erstattet Anzeige, gibt aber Entwarnung.

publiziert am 30.9.2022 3
image

Palantir übernimmt 230-Millionen-Auftrag, um US-Drohnen effizienter zu machen

Der opake Datenanalyse-Konzern des rechtslibertären Milliardärs Peter Thiel gibt auch in Europa wieder zu Reden. CEO Alex Karp inszeniert sich als kritischer Geist.

publiziert am 30.9.2022
image

Podcast: Sollten noch Produkte von Huawei und Kaspersky eingesetzt werden?

Wir debattieren, was es für die Schweiz bedeutet, wenn Produkte von Firmen aus autoritären Ländern eingesetzt werden. Zudem gehen wir den Transparenzinitiativen von zum Beispiel Kaspersky und Huawei auf den Grund und fragen uns: Sind die Amerikaner eigentlich besser?

publiziert am 30.9.2022
image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022