Apple baut Angebot mit Services aus

26. März 2019, 13:38
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Der US-Konzern bringt eine Kreditkarte auf den Markt, baut das News-Angebot aus und will im Video-Streaming-Business mitmischen.

Der US-Konzern bringt eine eigene Kreditkarte auf den Markt, baut das News-Angebot aus und will im Video-Streaming-Business mitmischen.
Einen Grossteil des Umsatzes erwirtschaftet Apple mit dem Verkauf von iPhones. Wegen der sinkenden Nachfrage versucht der Konzern sich neu zu erfinden. Gestern kündigte Apple im kalifornischen Cupertino eine Reihe von neuen Services an: einen eigenen Streamingdienst, neue Spiele- und Nachrichtenangebote sowie die Einführung einer eigenen Kreditkarte zur Ergänzung des Bezahldienstes Apple Pay.
Zusammen mit dem Finanzinstitut Goldman Sachs und Mastercard will Apple eine eigene Kreditkarte anbieten. Bei der "Apple Card" handle es sich um eine voll funktionsfähige, physische Kreditkarte, die weltweit eingesetzt werden könne und direkt in die Apple Pay Wallet integriert wird, heisst es. Die Karte soll im Verlaufe des Sommers in den USA erhältlich sein.
Apple wolle "Zinssätze anbieten, die zu den niedrigsten in der Branche gehören, und wenn ein Kunde eine Zahlung verpasst, wird ihm kein Strafzins berechnet", schreibt das Unternehmen. Ausserdem sei für die Apple Card keine Jahresgebühr fällig. Die physische Karte ist laut Mitteilung aus Titan gefräst und trage neben Chip und Magnetstreifen lediglich den Namen des Halters sowie das Apple-Logo. Sicherheits-Code und die Kartennummer sind nicht auf der Karte vermerkt und können in der Wallet-App eingesehen werden.
Streaming-, Gaming und News-Abos
Mit einem eigenen Video-Streamingdienst namens Apple TV Plus will der Konzern ab Herbst eigene Produktionen verfügbar machen. Damit konkurriert Apple mit Diensten wie Netflix oder Amazon Prime Video. Für das Angebot holte Apple Hollywood-Bekanntheiten an Bord. Steven Spielberg kam nach Cupertino, um den Service vorzustellen. Auch J. J. Abrams sowie Hollywood-Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon wurden genannt.
Die TV-App auf den Apple-Geräten wird zudem ausgebaut. So bekommen Nutzer die Möglichkeit, einzelne Bezahlsender direkt dort zu abonnieren und zu nutzen. In den USA sind zum Beispiel HBO, Showtime und Hulu mit dabei. International sollen Kanäle aus den jeweiligen Ländern verfügbar sein, hiess es ohne weitere Details. Die App wird erstmals nicht nur auf Apple-Geräten, sondern auch auf Fernsehern von Samsung, LG und Sony verfügbar sein, sowie auf Streaming-Boxen von Roku und Amazons Fire TV. Zudem soll die App, die es bisher in zehn Ländern gibt, demnächst weltweit nutzbar werden.
In einem weiteren Abo-Dienst mit dem Namen "Apple Arcade" soll es ab Herbst für eine monatliche Gebühr die Möglichkeit geben, mehr als 100 kostenpflichtige Games aus dem App Store zu nutzen. Dabei soll es keine Werbung oder zusätzliche Gebühren geben. Bisher gab es keine Angaben zum Abo-Preis oder den verfügbaren Spiele-Titeln.
Apple baut ferner sein Produkt-Angebot mit einem Abo-Dienst für Nachrichten aus, der für eine monatliche Gebühr Zugang zu Inhalten diverser Medien bietet. Mit dem Dienst "Apple News Plus" sollen in den USA und Kanada etwa Inhalte von rund 300 Magazinen verfügbar sein.
Analysten und Anleger reagieren verhalten
Apples Einstieg in den bisher von Netflix dominierten Video-Streamingmarkt ist bei Anlegern und Analysten zunächst auf wenig Begeisterung gestossen. Die Aktie des iPhone-Konzerns gab am Montagabend an der Wall Street 1,2 Prozent nach. Investoren waren vor allem angesichts der wenigen Details zu den neuen Angeboten enttäuscht.
Abschreiben wollten Analysten die Bemühungen von Apple allerdings nicht. Mit der Fokussierung auf Dienstleistungen durch die neue Nachrichtenplattform und das Streaming-Angebot stelle der Konzern die Weichen für zukünftiges Wachstum, hiess es bei den Experten vom Vermögensverwalter Cowen. Allerdings könne sich das Unternehmen nicht über Nacht von einem Hardware-Anbieter zu einem Unterhaltungskonzern wandeln. JPMorgan hob vor allem die Ankündigungen von Apple zur Einführung einer Kreditkarte und eines Gaming-Abonnements als positiv hervor. (kjo/sda)

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