Apple lässt den Software-Channel links liegen

7. Juni 2011, 14:50
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Keine Kartonschachtel mehr: Mac OS X Lion und Mac OS X Lion Server werden ausschliesslich als Download-Versionen verfügbar sein. Schweizer Reseller nehmens gelassen.

Keine Kartonschachtel mehr: Mac OS X Lion und Mac OS X Lion Server werden ausschliesslich als Download-Versionen verfügbar sein. Schweizer Reseller nehmens gelassen.
Mit den am Montag vorgestellten neuen Services versucht der Apple-Konzern seine Kunden noch enger - und direkter - an sich zu binden. Die Apple-Wolke soll Dreh- und Angelpunkt für die Kunden sein, welche sich nicht mehr darum kümmern müssen, auf welchem Gerät sie welches Dokument gespeichert haben. Auch neue Software wird aus der Cloud, sprich aus dem Online-Store bezogen - der Fachhandel wird somit vollständig ausgeschlossen.
OS zum Schleuderpreis
Gestern nun gab Apple bekannt, dass die neuste Version des hauseigenen Betriebssystems - mit angeblich über 250 neuen Funktionen - ausschliesslich über den Mac App Store vertrieben wird. Mac OS X Lion und Mac OS X Lion Server werden im Juli als Download freigegeben und kosten 29 beziehungsweise 48 Franken. So günstig war ein OS-Upgrade bei Apple noch nie. Auf der Homepage schreibt Apple: "Für das OS X Lion Upgrade deines Mac musst du nicht ins Geschäft gehen, eine Box kaufen und jede Menge DVDs installieren."
Gewiss, eine Überraschung ist der Verzicht auf die Box nicht. Spätestens mit der Lancierung des Mac App Store Anfang des Jahres war klar, dass Apple künftig Software wohl nur noch über Online-Läden und nicht mehr über "richtige" Läden vertreiben will.
OS schon auf dem Mac
Eine kurze Umfrage unter Schweizer Apple-Partnern zeigt denn auch, dass man sich im Apple-Channel auf die neue Situation vorbereitet hat. So heisst es in einem Statement von Interdiscount gegenüber inside-channels.ch: "Natürlich wäre es für alle autorisierten Reseller von Vorteil, wenn Apple beim Softwareverkauf auch die indirekten Vertriebsmodelle wählen würde, vor allem im Hinblick auf bestehende Kunden. Andererseits ist beim Kauf von Hardware, insbesondere im PC-Bereich, die Software meistens ein integraler Bestandteil."
Auch bei Digitec, erst seit kurzem offizieller Apple-Reseller, ist man relativ gelassen. Man habe bis anhin noch keine Werbung für die Betriebssysteme gemacht. "Es wäre sicher spannend gewesen, diese Verkaufsentwicklung zu beobachten. Und natürlich hätten wir unseren Kunden sehr gerne auch das neue Betriebssystem angeboten. Da sie bislang allerdings keine Apple-Topseller-Produkte waren, wir nun das gesamte Apple-Sortiment anbieten können und ohnehin jeder Mac (iMac, Mac Pro, Macbook) bereits ein OS vorinstalliert hat, wird uns diese Änderung wohl nicht schwerwiegend tangieren", so Digitec. (Maurizio Minetti)

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