Apple muss "externe" Zahlungen zulassen

13. September 2021, 11:15
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Beim Rechtsstreit zwischen Apple und dem Spieleentwickler Epic Games ist ein Urteil gefällt worden. Damit dürfte jedoch keine der beiden Parteien zufrieden sein.

Das zuständige US-Gericht kam im Rechtsstreit zwischen Fortnite-Entwickler Epic Games und Apple zu einem widersprüchlichen Urteil: Apple betreibe kein Monopol in seinem App-Store, müsse aber sein Provisionsmodell dennoch grundlegend ändern und Verweise auf externe Zahlungsmöglichkeiten zulassen.
Konkret hielt Richterin Yvonne Gonzalez Rogers in ihrem Urteil fest, dass es wettbewerbswidrig ist, wenn Apple Verweise auf Zahlungsmöglichkeiten ausserhalb des App-Stores verbietet. Für Apple kann dies bedeutende wirtschaftliche Folgen haben: Im Jahr 2020 generierte der App-Store weltweit rund 640 Milliarden Dollar Umsatz – wovon Apple bislang eine Provision in Höhe von bis zu 30% verdienen konnte.

Epic Games ist schadensersatzpflichtig

Dennoch hielt das Gericht fest, dass "Apple kein Monopolist nach Bundes- oder Landeskartellrecht ist". Ein Marktanteil von mehr als 55% sowie sehr hohe Profitmargen bedeuten laut Richterin Gonzalez Rogers alleine noch kein wettbewerbswidriges Verhalten.
Darüber hinaus muss Epic Games Schadenersatz zahlen, weil die Firma ein alternatives Bezahlsystem anbot. 30% aller Umsätze, die die Entwickler seit der Implementierung des Bezahlsystems eingenommen hatten, fliessen zurück in Apples Kassen. Laut 'The Verge' beträgt die Summe über 3,5 Millionen Dollar.
Epic Games kündigte in einem am Sonntag veröffentlichten Gerichtsdokument an, das Urteil anzufechten. Auch Apple hat noch 90 Tage Zeit, dies zu tun. 

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