Apple stellt iPhone-Produktion vor Weihnachts­geschäft mehrere Tage ein

9. Dezember 2021, 13:09
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Das gab es seit über einem Jahrzehnt nicht mehr: Zwischenzeitlich standen die Bänder still. Der Grund sind Nachschubprobleme, die die ganze Wirtschaft beschäftigen.

Vor dem grossen Weihnachtsgeschäft werden normalerweise mit Hochdruck neue iPhones produziert. Die grossen Fertiger wie Foxconn lassen im 24-Studen-Betrieb arbeiten. Nicht so in diesem Jahr. Wegen ernsthaften Produktionsproblemen soll Apple die Produktion seiner Smartphones wie auch der iPads gedrosselt haben. Über mehrere Tage sollen die Bänder gar stillgestanden sein – das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt. Dies berichtet 'Nikkei Asia'.
Das Problem findet sich vor allem in den stockenden Supply Chains. Aufgrund des mangelnden Nachschubs an Komponenten hätten die iPhones und iPads nicht fertiggestellt werden können, sagte ein Manager im Bericht und ergänzte: "Das ist noch nie passiert". Verschärfend kommen Restriktionen beim Stromverbrauch in China sowie Lockdowns an Zuliefer-Stationen wie Vietnam und Malaysia dazu.
Apple kämpft seit dem Launch der iPhone-13-Modelle mit den Hindernissen. Diesen Herbst wurden die Produktionsziele zwei Mal nach unten korrigiert. Im gesamten Jahr waren eigentlich 95 Millionen neuer iPhone 13 geplant, nun sollen es bloss etwas über 80 Millionen Stück werden. Und dies obwohl die Produktion von anderen Apple-Geräten gedrosselt wurde, um Komponenten für die Flagship-Smartphones freizubekommen.
Im iPhone 13 Pro Max sind über 2000 Komponenten verbaut. Laut der Analyse von 'Nikkei Asia' (Paywall) sollen nicht die High-End-Komponenten das Problem sein, sondern billige Chips etwa von Texas Instruments und Broadcom sowie Empfänger von Nexperia. Letzterer soll selber mit Nachschubproblemen von Rohmaterialien kämpfen, wie ein Manager dem Magazin sagte. Broadcom und Texas Instrument äusserten sich nicht zur Lage.
An Apple zeigt sich, welches Ausmass die Chipknappheit und die Verwerfungen in den Lieferketten mittlerweile angenommen haben. Natürlich ist der Konzern aber nicht der einzige Hersteller, der die Komponenten dringend benötigt. Die Lieferkettenprobleme betreffen viele Tech-Firmen, die Automobilindustrie, aber auch Hersteller von anderen Gütern. Auch die Distributoren in der Schweiz kämpfen mit der Situation, die nach Prognosen von Marktforscher Forrester noch bis 2023 anhalten dürfte.
Forrester schrieb in seiner Einschätzung vom April, dass insbesondere die Hyperscaler AWS, Azure, Google und Alibaba, aber auch der Verkauf von Smartphones und der Chip-Hunger der grossen Hardware-Vendors zur enormen Nachfrage beitragen würden. Verschärft wird die Knappheit durch die Pandemie. Für das Homeoffice wurden viele Laptops angeschafft, die ständigen Videokonferenzen lassen die Geräte in den Rechenzentren heisslaufen. Aber auch die Spannungen zwischen den USA und China tragen das Ihre zur Knappheit bei. Laut Forrester-Marktforscher horten chinesische Techfirmen nämlich Chips und belegen zusätzliche Fertigungsvolumen, weil sie sich vor Sanktionen fürchten. In diese Konstellation fielen dann Lockdowns und Produktionsstillegungen.

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