Apple trägt die SIM-Karte zu Grabe

17. Oktober 2014, 14:16
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Für Swisscom ist die neue "Apple SIM" lediglich eine Übergangslösung. Sunrise äussert sich kritisch.

Für Swisscom ist die neue "Apple SIM" lediglich eine Übergangslösung. Sunrise äussert sich kritisch.
Apple mochte SIM-Karten eigentlich noch nie. Aber wenn es eine Karte sein soll, dann doch nach den Vorstellungen des iPhone-Herstellers, sollen die Karten nun aber ganz verschwinden.
Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen - so haben nur wenige gemerkt, dass Apple nicht nur Geräte vorgestellt, sondern auch eine Mini-Revolution bei den SIM-Karten angekündigt hat. So weiss 'The Verge' zu berichten, dass sowohl das iPad Air 2 also auch iPad mini 3 mit reprogrammierbaren Karten ausgeliefert werden. So soll der Nutzer zwischen Netzanbietern und Abos wechseln können, ohne Karten auszutauschen.
Noch ist die sogenannte "Apple SIM" am Anfang: Da noch nicht alle Provider an Bord sind, kann die hauseigenen SIM entfernt und durch eine klassische SIM-Karte ersetzt werden. So wird die programmierbare Karte zunächst in den USA und Grossbritannien von den Provider AT&T, Sprint, T-Mobile und EE angeboten.
Reaktionen der Schweizer Telcos
Wann diese Möglichkeit auch in der Schweiz ankommt, ist nicht bekannt. Der grösste Schweizer Provider Swisscom erklärt, dass die Standardisierung der sogenannten eSIM-Technologie (embedded SIM) noch nicht abgeschlossen sei. "Die Lösung von Apple ist ein Zwischenschritt in diese Richtung", heisst es auf Anfrage. Man schaue sich die Entwicklung genau an - mit verschiedenen Herstellern.
Anders tönt es bei Sunrise: "Grundsätzlich erachten wir es aus Wettbewerbssicht als problematisch, wenn Gerätehersteller mit einem hohen Marktanteil darüber bestimmen können, welche Telekomanbieter auf einer SIM-Karte zur Auswahl stehen. Im Sinne des Wettbewerbs und aus Kundensicht sollte eine uneingeschränkte Auswahl möglich sein", so Firmensprecher Markus Werner. Sunrise habe als erster Schweizer Anbieter mit der im April 2014 erfolgten Einführung von Sunrise Freedom die Mindestvertragslaufzeiten abgeschafft, betont er. "Sunrise bietet den Kunden damit maximale Flexibilität. Sunrise-Kunden haben mit Sunrise Freedom die Möglichkeit, ihr Mobil-Abo jederzeit unkompliziert und flexibel an ihre aktuellen Bedürfnisse anzupassen."
Orange gibt sich derweil gelassen. Sprecherin Therese Wenger schreibt in einer E-Mail: "Uns ist die Thematik seit den Branchendiskussionen vor mehreren Jahren bekannt und wir werden diese weiter evaluieren." (lvb)

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