Apple: Was tun mit 100 Milliarden Dollar?

19. März 2012, 07:00
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Der kalifornische Computerhersteller wird heute Nachmittag verraten, was mit dem Cash-Berg geschehen soll. Dividende? Übernahmen?

Der kalifornische Computerhersteller wird heute Nachmittag verraten, was mit dem Cash-Berg geschehen soll. Dividende? Übernahmen?
Für heute 14 Uhr MEZ hat Apple eine Telefonkonferenz angekündigt, auf der CEO Tim Cook und der Finanzchef Peter Oppenheimer offenbaren wollen, was mit Geldreserven von fast 100 Milliarden Dollar geschehen soll. Aktionäre hatten darauf gedrängt. Die Einen hoffen auf eine Ausschüttung in Form einer Dividende, die Anderen auf einen Aktienrückkauf, der wiederum den Kurs des Apple-Papiers weiter in die Höhe treiben könnte. Der hat am Donnerstag vor dem Verkaufsstart des neuen iPad erstmals die 600-Dollar-Marke passiert.
Die letzte Dividendenzahlung, die Apple vorgenommen hatte, liegt allerdings etwas zurück, denn die war 1995 und somit zwei Jahre, bevor das Unternehmen schon fast tot gesagt war und Steve Jobs als rettenden Anker wieder zurückholte. Der 1985 geschasste Mitgründer hat schliesslich den Karren sprichwörtlich nicht nur aus dem Dreck gezogen, sondern Apple mit seinem Gespür für gute Leute und innovative Produkte zum einem der erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten gemacht.
Grösster Teil im Ausland
Was gegen eine Dividendenzahlung spricht, ist die Tatsache, dass laut Schätzung von Moody's zwei Drittel der Barmittel und Anleihen im Wert von rund 98 Milliarden Dollar im Ausland liegen. Würden diese in Form von Dividenden "repatriiert", müsste Apple hohe US-Steuern auf die ausländischen Erträge zahlen, schreibt 'investors.com'. Ein anderer Punkt gegen Dividendenzahlungen sei der, dass Technologieunternehmen, die das getan haben, so wie Microsoft bald in den Ruf geraten könnten, dass sie an Schwungkraft verlieren. Bei Apple sei das Risiko allerdings gering, nachdem sich der Gewinn pro Aktie allein im letzten Quartal mehr als verdoppelt habe, schreibt das Online-Finanzmagazin.
Keine "Toga-Party"
Eine andere viel diskutierte Möglichkeit, das Geld sinnvoll anzulegen, wäre die Akquisition von erfolgsversprechenden Technologieunternehmen. Bei Twitter wird sogar schon gewitzelt, warum nicht gleich die USA kaufen, dann könnte Apple die Steuern über iTunes eintreiben.
Tatsächlich wird der 2011 auf 97,6 Milliarden Dollar angewachsene Geldberg der Mac-Company weiter anwachsen und laut Moody's bis Ende des Jahres schon die Marke von 150 Milliarden Dollar übersteigen. Damit wachsen natürlich auch die Begehrlichkeiten der Anleger. Die aktuell knapp 100 Milliarden Dollar würden bei einer einmaligen Ausschüttung rund 104 Dollar pro Aktie ausmachen. Steve Jobs galt allerdings als entschiedener Gegner einer Dividende. Sein Nachfolger Cook ist da schon offener, hat aber auch klar gemacht, dass die Aktionäre dahingehend auch nicht zu viel erwarten sollten. Eine "Toga-Party" beziehungsweise verschwenderische Orgie à la "Asterix bei den Schweizern" werde es nicht geben, hat er im Februar auf der Goldman Sachs Technology and Internet Conference gesagt. Das sei auch im Sinne der Anteilseigner. "Die wollen nicht, dass wir so tun, als ob wir reich wären", so Cook auf der Konferenz in San Francisco. (kh)

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