Apples epischer App-Streit geht in die nächste Runde

9. Dezember 2021 um 10:04
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Dem Hersteller ist es in letzter Minute gelungen, eine per Gerichtsurteil verordnete Lockerung der Appstore-Regeln aufzuschieben.

Vor einem Monat hatte eine US-Richterin Apples Wunsch nach aufschiebender Wirkung noch abgelehnt. Ab heute Donnerstag hätte der Konzern demnach externe Zahlungen in seinem Appstore zulassen müssen. Jetzt hat ein Berufungsgericht doch noch im Sinne Apples entschieden: Die Einwände des Konzerns würden ernsthafte Fragen aufwerfen und dem iPhone-Konzern bei einem Fehler erheblicher Schaden entstehen. Deshalb stoppte das Gericht in letzter Minute die Umsetzung der Änderungen.

Es geht um Provisionen in Milliardenhöhe

Der aktuelle Streitfall geht auf den Entscheid einer kalifornischen Bezirksrichterin zurück. App-Entwickler in den USA sollten das Recht bekommen, bei ihren Anwendungen per Links oder Schaltflächen auf Bezahlmöglichkeiten ausserhalb von Apples Plattform hinzuweisen.
Das Urteil fiel Anfang September in dem Prozess zwischen Apple und der Firma Epic Games, von der das Online-Spiel Fortnite stammt. Apple argumentierte, durch die Änderung drohe Schaden für Nutzerinnen und Nutzer, dachte wohl aber in erster Linie an sich selbst: Durch die Umsetzung dieses Urteils würden Apple nämlich Provisionen von 15% oder 30% je Transaktion entgehen. Im Jahr 2020 generierte der App-Store weltweit rund 640 Milliarden Dollar Umsatz – wovon Apple bislang eben bis zu einem Drittel für sich behielt.
Jetzt wird sich das nächste Gericht mit dem Streit zwischen Apple und Epic Games befassen müssen.

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