Apples neue Rennmaschinen

8. August 2006, 08:56
  • workplace
  • vendor
image

Apple gewährt eine Vorschau auf auf das neue OS X "Leopard" – und versucht, die PC-Konkurrenz mit neuen High-end-Maschinen abzuhängen.

Apple gewährt eine Vorschau auf auf das neue OS X "Leopard" – und versucht, die PC-Konkurrenz mit neuen High-end-Maschinen abzuhängen.
Apple hat an seiner gestern begonnen jährlichen Entwickler-Konferenz in San Francisco neue High-end-Hardware vorgestellt und einige Einblicke in das kommende Mac OS X 10.5 "Leopard" gewährt.
Gestärkt vom Grosserfolg mit iPod/iTunes möchte Apple nun auch im PC-Geschäft wieder Boden auf die Windows/Intel-Konkurrenz gutmachen. Global gesehen stagnieren die Marktanteile zwar in letzter Zeit auf niedrigem Niveau, aber im für Apple wichtigen Heimatland USA konnte man, auch dank einer grossen Marketing-Kampagne, den Marktanteil steigern.
Weiteren Schub soll nun das neue PC-Spitzenmodell "Mac Pro" bringen. Durch den Umstieg auf Intel-Prozessoren – der mit dem neusten Modell für die ganze Produktelinie vollzogen ist – hat Apple zwar ein Differenzierungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz verloren. Aber mit dem Mac Pro grenzt sich Apple trotzdem wieder durch besondere technologische Merkmale von der Konkurrenz ab. Insbesondere setzt die Company von Steve Jobs, wie schon in den Zeiten der Power-Prozessoren, auf eine Dual-CPU-Konfiguration. Da es sich dabei um Dual-Core-CPUs handelt, weisen die Mac Pros also nun insgesamt vier Prozessorkerne auf. Ausserdem werden nicht die normalen PC-Prozessoren von Intel verwendet, sondern für Server konzipierte, auf der neusten "Intel Core Mikroarchitektur" basierende Xeon-Modelle.
Auch sonst setzt Apple beim Mac Pro auf hohe Leistung: Der PC kann zum Beispiel mit bis zu 16 GB RAM und bis zu vier 500-GB-Festplatten (per "Direct Attach“-Anbindung ohne zusätzliche Verkabelung einsetzbar) ausgerüstet werden.
Built-to-Order nun auch bei Apple
Mit einer weiteren Vertriebsargument bedient sich Apple dagegen eher beim bisherigen Arsenal seiner Konkurrenten aus der Windows-Welt: Der Mac Pro kann viel stärker als seine Apple-Vorgänger durch individuelle Konfigurationen an die Bedürfnisse eines Kunden angepasst werden. Zu den verfügbaren CTO-Optionen (Configure-to-Order) gehören verschiedene Prozessoren (Xeon bis 3 GHz), Grafikkarten, Speichermodule, Festplatten, optische Laufwerke und weitere Funktionen und Komponenten.
Der neue Mac Pro wird gemäss Apple "in Kürze" auch in der Schweiz erhältlich sein. Eine Standard-Konfiguration mit zwei 2,66 GHz Dual-Core Intel Xeon Prozessoren kostet ab 3599 Franken inkl. MwSt.
Gleichzeitig hat Apple ein neues "Xserve"-Server-Modell lanciert. Wie der Mac Pro ist es mit zwei Dual-Core Intel Xeon-Prozessoren ausgerpüstet. In der Schweiz soll der neue Apple-Server ab Oktober erhältlich sein und in der Grundkonfiguration 4599 Franken kosten.
Leopard gegen Vista
Da das neue Mac OS "Leopard" im nächsten Frühling auf den Markt kommen soll, wird es fast zeitgleich zum neuen Windows "Vista" von Microsoft erscheinen – ein Prestigeduell bahnt sich an. Steve Jobs und die anderen Apple-Oberen bemühten sich bei der Vorschau auf Leopard, möglichst viel Interesse zu wecken und gleichzeitig möglichst wenig zu sagen: Das neue OS werde, so Jobs, viele wichtige neue Features enthalten. Näher darauf eingehen könne er aber nicht, damit die Konkurrenz keine Zeit habe, diese noch zu kopieren. (Microsoft dürfte momentan allerdings genug damit zu tun haben, Vista mit den bisher geplanten Features rechtzeitig auf den Markt zu bringen).
Immerhin erläuterte Jobs trotzdem einige Neuerungen etwas konkreter. Eines dieser neuen Features wird eine "Time Machine" genannte Funktion für kontinuierliches Backup sein. User sollen damit jegliche versehentlich gelöschten Daten wiederherstellen können, und dabei in einem graphischen Interface scheinbar durch die früheren Fileversionen "zoomen" können.
Eine weitere neue Funktion ist "Spaces“, die den schnellen Wechsel zwischen Programmgruppen, die zur Erledigung bestimmter Aufgaben angelegt werden können, ermöglichen soll. Ausserdem wird Leopard gemäss Apple Neuerungen in "Mail" (E-Mail-Client) und beim Instant Messaging-System "iChat" aufweisen, darunter Vorlagen, Notizen und Aufgabenlisten in Mail. Neu in iChat sind Photo Booth-Effekte und die Möglichkeit, das eigene Bild in beliebige Foto- oder Video-Hintergründe einzusetzen sowie die Live-Darstellung von iPhoto-Diashows, Keynote-Präsentationen und der Einsatz von Videos. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Swissbit entwickelt jetzt auch SSDs für Rechenzentren

Der Schweizer Speicherhersteller spannt mit dem US-Unternehmen Burlywood zusammen und will in den RZ-Bereich vorstossen.

publiziert am 15.9.2022
image

Red Hat lässt Angestellten volle Homeoffice-Freiheit

Angestellte der IBM-Tochter dürfen auch in Zukunft ohne Einschränkungen zu Hause arbeiten.

publiziert am 14.9.2022
image

Schweizer Software-Startup sammelt 5 Millionen Dollar

Der Workplace-Spezialist Deskbird will mit dem frischen Geld in die Rekrutierung investieren. Die Firma sieht im Trend zu Hybridwork ihre Stunde gekommen.

publiziert am 30.8.2022
image

Fujitsu: Neue Channel-Verantwortliche in der Westschweiz

Sabine Kleischmantat übernimmt bei den Japanern am 1. September.

publiziert am 30.8.2022