Arbeitskampf rettet über 500 EDS-Jobs in Deutschland

3. Juli 2009, 08:41
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Bei EDS Deutschland wird es höchstens 300 statt wie vorgesehen 839 betriebsbedingte Kündigungen geben.

Bei EDS Deutschland wird es höchstens 300 statt wie vorgesehen 839 betriebsbedingte Kündigungen geben.
Wie deutsche Gewerkschaften gestern Abend mitteilten, konnte im Arbeitskonflikt um den geplanten Personalabbau bei EDS Deutschland in der Nacht zum Donnerstag eine Einigung erzielt werden. Vertreter der Arbeitnehmer und des Managements der HP-Tochter einigten sich am frühen Morgen auf einen Kompromiss: Der Deal zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sieht vor, dass bei der EDS OS GmbH nicht wie bisher geplant 839 sondern jetzt maximal 300 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden können, die zudem erst nach dem 30. September 2009 ausgesprochen werden dürfen. Bis Ende September sollen Mitarbeitende mit Hilfe eines Abfindungsprogramms zum freiwilligen Verzicht auf ihren Arbeitsplatz bewegt werden. Sollten mehr als 200 Angestellte von dem freiwilligen Abfindungsprogramm Gebrauch machen, wird die Zahl der maximal 300 betriebsbedingten Kündigungen nochmals entsprechend reduziert.
Die Gewerkschaften konnten weitere Erfolge verbuchen, darunter etwa die Integrationsvereinbarung, die vorsieht, dass den Angestellten im Fall des Betriebsübergangs zu HP, der voraussichtlich im Herbst 2009 stattfinden wird, das erreichte Gehaltsniveau erhalten bleibt. Zudem werden Ansprüche der Beschäftigten aus der betrieblichen Altersversorgung bei EDS ebenso erhalten bleiben wie Vereinbarungen bezüglich Homeoffice, Rufbereitschaft oder Arbeitszeit.
Die Gewerkschaften IG Metall und Verdi haben nun den seit über vier Wochen andauernden Streik bei dem IT-Dienstleister ab heute Freitag ausgesetzt. Nächste Woche entscheiden die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitenden bei EDS in einer zweiten Urabstimmung darüber, ob sie den ausgehandelten Kompromiss akzeptieren und ihren Streik endgültig beenden werden. Gemäss den Gewerkschaften ist garantiert, dass Mitarbeitende, die an den Arbeitskampfmassnahmen teilgenommen haben, vor Nachteilen durch den Arbeitgeber geschützt werden.
HP hatte nach dem Kauf von EDS den Abbau von weltweit fast 25'000 Jobs bekannt gegeben. (Maurizio Minetti)

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