Arbeitskräftemangel auch in Chongqing

2. November 2011, 11:35
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Chongqing in der Tibet vorgelagerten chinesischen Provinz Sichuan ist stolz, mit 33 Millionen Einwohnern die grösste Stadt der Welt zu sein.

Chongqing in der Tibet vorgelagerten chinesischen Provinz Sichuan ist stolz, mit 33 Millionen Einwohnern die grösste Stadt der Welt zu sein. Da müsste es doch an willigen und vor allem auch billigen Arbeitskräften nur so wimmeln, möchte man meinen.
Aber wie das Beispiel der beiden grössten Notebook-Bauer Quanta und Compal aus Taiwan zeigt, scheint sich die Produktionsverlagerung vom teuren Pazifikspeckgürtel ins chinesische Hinterland zu rächen. Denn wie Taiwans Industriesprachrohr 'Digitimes' berichtet, müssen beide Unternehmen wegen Arbeits- und Fachkräftemangel teilweise Personal aus Ostchina nach Chongqing beordern. Dies zumal die Produktivität dort immer noch deutlich höher ist als in Sichuan. So soll das Verhältnis bei der PC-Assemblierung je Produktionsstrasse zwischen Küstenregionen und Chongqing bei 1000 zu 600 bis 700 Stück liegen, was die ODM-Hersteller zusätzlich Personal und Geld kostet. Erschwert wird das Ganze noch dadurch, dass die Behörden in Chinas Küstenregionen gar nicht glücklich sind über den Abzug der Industrie und deshalb ODM-Lieferungen besonders gründlich inspizieren, was natürlich auch Zeit kostet. Das war sicherlich mit ein Grund, warum Acer im September mit viel Tamtam erstmals 40'000 PCs von Chongqing mit der Bahn nach Deutschland geschafft hat.
Ist es für die Auftragsfertiger schon schwer genug, Urlaubslücken zu füllen, haben sie auch mit einer hohen Fluktuation zu kämpfen, die teilweise bis in die 70 Prozent geht. Denn fast lebenslängliche Arbeitsverhältnisse wie in Japan sind den Chinesen fremd, im Gegenteil. Deshalb graulen sich viele Unternehmen auch vor Chinesisch Neujahr, denn viele Beschäftigte nehmen dann Urlaub und den üblichen Bonus mit, kehren danach aber nicht mehr an den Arbeitsplatz zurück.
Quanta will Berichten zufolge bis Ende des Jahres oder bis zum ersten Quartal 2012 rund 30 Prozent der Produktion nach Chongqing verlagert haben, Nummer drei Wistron rechnet damit, dass die Werke in Chongqing und der Sichuan-Hauptstadt Chengdu bis Ende nächsten Jahres 40 Prozent der Produktionskapazitäten bieten werden. (kh)

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