Armee kauft eintausend Chiffriergeräte

4. September 2015, 14:44
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Das VBS hat bei der zugerischen Firma Crypto AG rund 1000 Chiffriergeräte beschafft, wie die 'Aargauer Zeitung' berichtet. Sie dienen laut Aussage des VBS gegenüber dem Blatt dazu, das Führungsnetz Schweiz auszubauen. Ziel ist ein sicheres Datennetz, mit dem in Krisen die Kommunikation und die Funktion kritischer Infrastrukturen gewährleistet werden soll.
Es ist ringförmig aufgebaut und besteht aus mehreren voneinander unabhängigen Netzen, wobei der innerste Ring die höchste Sicherheitsstufe inne hat. Dabei wirken bis wenigstens Netz 4 auch Milizsoldaten am System mit. Diese behalten ihre Zugriffsrechte selbst dann, wenn sie sich gegen einen weiteren Verbleib in der Armee entscheiden und aus dem Dienst ausscheiden. Wie die beteiligten Armeeangehörigen erhalten sie weiterhin die jeweils aktuellen Zugangscodes nach Hause gesandt, wie ein beteiligter Soldat inside-it.ch sagt. Die Massnahme habe den Zweck, im Notfall alle nötigen Kräfte schnellstmöglich aktivieren zu können.
Zulieferer mit zweifelhaftem Ruf
Die Crypto AG ist in ihrer Vergangenheit bereits mehrfach in den Verdacht geraten, mit ausländischen Geheimdiensten zu kooperieren. So sollen bis Ende der 80er-Jahre Verschlüsselungsgeräte vor der Auslieferung manipuliert worden sein.
Zuletzt aufgetaucht sind die Vorwürfe 2013 in einer ZDF-Doku, in der ein ehemaliger Mitarbeiter berichtet, er sei dazu "gezwungen" worden, einen Verschlüsselungs-Algorithmus soweit abzuschwächen, dass er für den deutschen Bundesnachrichtendienst zu knacken ist. Die betroffenen Geräte seien an rund 20 Staaten geliefert worden.
Die 'Aargauer Zeitung' hat dazu in Erfahrung gebracht, dass "bei sensiblen Elementen die Armee dafür sorgt, dass Sicherungssysteme unabhängig von den Herstellern programmiert und aktiviert werden können." Was das genau heisst, konnte die zuständige Führungsunterstützungsbasis der Armee gegenüber inside-it.ch bis Redaktionsschluss noch nicht sagen. (mik)

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