Armer, armer Sun-Channel

28. Januar 2010, 17:03
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Oracle will Sun-Hardware vermehrt direkt verkaufen und die Lieferkette massiv durchstrählen.

Oracle will Sun-Hardware vermehrt direkt verkaufen und die Lieferkette massiv durchstrählen.
Während geschlagenen vier (!) Stunden referierte gestern das Oracle-Topmanagement zur Strategie nach der nun endlich definitiv erfolgten Übernahme von Sun Microsystems.
Mit der üblichen Offenheit ging aus den Ausführung der Oracle-Bosse hervor, dass man einen wesentlich grösseren Teil des Hardware-Umsatzes direkt erzielen möchte. Wie aus der Präsentation von Charles Phillips von gestern hervorgeht, will Oracle den Kunden integrierten Support "from applications to disk" anbieten. Auch sollen die Oracle-Services "alle Aspekte des Lebenszyklus einer Lösung" abdecken.
Schliesslich ging Oracle-Chef Larry Ellison in einer Frage-Antwort-Session auf Details ein. Oracle wolle die grössten 4000 Kunden von Sun künftig direkt bedienen, während für den Channel die restlichen 35'000 Kunden von Sun übrig bleiben. Kennt man die Sun-Kundschaft in der Schweiz, so wird rasch klar, dass Oracle auch in der Schweiz einen rechten Teil der Sun-Kunden direkt angehen wird.
Zudem sollen das Sun-Partnerprogramm in dasjenige von Oracle integriert werden. Dieses setzt vermehrt auf technologische Spezialisierung zur Erringung eines hohen (und damit margenreichen) Partnerstatus.
Auf die Frage eines nigerianischen Sun- und Oracle-Spezialisten an Larry Ellison, ob ihm Oracle nun die Butter vom Brot nehmen werde, wurde dieser etwas konkreter. Oracle-Reseller haben gemäss Ellison dann eine Berechtigung, wenn sie dem Kunden einen Mehrwert bieten. Wenn ein Partner aber nur als Reseller tätig sei, so werde Oracle künftig lieber direkt zum Kunden gehen.
Kein Platz wird es in Zukunft wohl auch für Distributoren (in der Schweiz ist es Also) geben. Oracle will die Zahl der verfügbaren Produkte von Sun massiv reduzieren und die Supply-Chain auf ein Built-to-Order-Modell umstellen.
Die Voraussage, dass sich der bisherige Sun-Channel in der Schweiz massiv nach der Decke strecken wird müssen und gewisse Geschäftsmodelle obsolet sein werden, dürfte nicht allzu gewagt sein. (Christoph Hugenschmidt)

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