Armin Müller im Kreuzfeuer

7. Februar 2005, 16:20
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Massive Vorwürfe in der Sportpresse gegen ehemaligen Actebis-Kadermann

Massive Vorwürfe in der Sportpresse gegen ehemaligen Actebis-Kadermann
Der ehemalige Actebis-Kadermann und Verwaltungsrat des Eishockey-Clubs SCL Tigers, Armin Müller, steht im Kreuzfeuer der Kritik. An einer Pressekonferenz am Samstagmorgen in einem Langnauer Restaurant erhoben Müllers ex VR-Kollegen bei den "Tigers", Ruedi Soltermann und Hans Grunder, massive Vorwürfe gegen Müller. Soltermann ist als Chef von MTF Thörishaus in der Schweizer IT-Szene kein Unbekannter.
Müller sei ein "Hochstapler" (Bund) und "Betrüger" (Zentralschweiz online). Müller soll seinen (unschuldigen) Verwaltungsratskollegen nicht-vorhandene Sponsoring-Gelder versprochen haben, lassen sich Soltermann und Grunder in der Sportpresse zitieren. Ja, die beiden sprechen sogar von "Vertragsfälschungen" (SonntagsZeitung) und "fingierten E-Mails" (Blick). Und im SonntagsBlick wird suggeriert, die Sponsoren "aus der Computerbranche" wie Cybernet, Benq, Fujitsu Siemens, Steg und Swissbit seien von Müller zu Gratiswerbung eingeladen worden. Ausserdem wird weitherum kolportiert, gegen Müller laufe Actebis-intern eine Untersuchung wegen "Unregelmässigkeiten in zweistelliger Millionenhöhe".
Tatsächlich bestätigt Actebis-Sprecherin Jessica Binder, dass es eine interne Untersuchung bei Actebis gibt. Um welche Summen es sich bei dieser Untersuchung handelt, wollte sie aber nicht sagen. Eine Strafklage gegen Müller seitens Actebis gibt es zur Zeit nicht.
Ungereimtheiten
Zumindest im Fall von Hauptsponsor Cybernet stimmt die Unterstellung, von Müller "Gratiswerbung" bei den SCL-Tigers bekommen zu haben, nicht. In einer Stellungnahme von heute Montag weist Cybernet Vorwürfe entschieden zurück. Man ist bei Cybernet "erstaunt und enttäuscht" über die Unterstellung, umso mehr, als dass Cybernet auch für die nächste Saison als Sponsor der SCL-Tigers auftreten will.
Stutzig macht uns, dass die beiden übrig gebliebenen SCL-Verwaltungsräte Soltermann und Grunder ausgerechnet während Müllers Ferien zur Pressekonferenz in Langnau luden, dort massive Vorwürfe an seine Adresse erheben und gar eine Strafklage gegen ihn ankündigen. Müller selbst konnte zu keinem der massiven Vorwürfe Stellung nehmen.
Stutzig macht aber auch, dass sich Ruedi Soltermann in der SonntagsZeitung als Retter des "konkursiten IT-Generalunternehmers MTF" feiern lässt, andererseits aber angibt, von den wahren Sponsoring-Beitragen aus der IT-Branche nichts gewusst zu haben. An einem mangelhaften Beziehungsnetz innerhalb der IT-Branche kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben.
Weder Armin Müller noch Ruedi Soltermann waren heute Montag für eine Stellungnahme zu erreichen. (Christoph Hugenschmidt)

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