Ascom gewinnt "grössten Auftrag seit Jahren"

14. September 2020, 14:07
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Beim staatlichen walisischen Gesundheitsdienstleister NHS Wales Informatics Service implementiert Ascom seine Software-Lösung Digistat.

Über einen "bedeutenden" Auftrag mit NHS Wales Informatics Service freut sich der ICT-Healthcare-Spezialist Ascom aus Baar. Man werde ein landesweites Informationssystem für die Intensivpflege in sämtlichen 14 Spitälern in Wales entwickeln, heisst es in einer Mitteilung. Implementiert werde dazu die hauseigene Software-Lösung Digistat. Das Projekt sei in einer öffentlichen Ausschreibung gewonnen worden. Das Auftragsvolumen des 7-Jahres-Managed-Services-Vertrags betrage zu Beginn insgesamt 16,5 Millionen Franken und schliesse optional eine 3-jährige Vertragsverlängerung ein.
Ascom-CEO Jeannine Pilloud spricht aber nicht nur wegen des Vertragsvolumens von einem "aussergewöhnlichen Vertrag". Man habe ihn gegen starke Konkurrenz gewonnen, fügt sie an, und es sei "die umfangreichste Auslieferung unserer Software-Lösung Digistat überhaupt".  
Die Finanzmedien bejubeln den Auftrag, es handle sich um den grössten Auftrag seit Jahren und Turnaround-Hoffnungen näherten sich, so etwa 'Cash'. Zudem wird herausgestrichen, dass dieser Auftrag nicht alleinsteht, denn Ascom konnte erst Anfang des Monats einen Vertrag mit dem britischen Spezialisten für digitale Pflegetechnologie, Person Centred Software (PCS), verlängern. Hier beträgt das Volumen für die Lieferung von mehreren Tausend zusätzlichen Myco-3-Smartphones für das Pflegepersonal in der Langzeitpflege rund 4 Millionen Franken.
Insgesamt seien seit Anfang Juli 2020 Grossaufträge in Höhe von mehr als 25 Millionen Franken bei Ascom eingegangen. Zugeschrieben werden diese Erfolgsmeldungen dem Führungs-Duo von CEO Jeannine Pilloud und Ascom Holding Vorstandsmitglied Valentin Chapero Rueda.
Zwar wird herausgestrichen, dass die Ascom-Aktie einen Kurssprung von 3,5% gemacht habe und gut 13% über dem Stand von Ende Dezember 2019 notiere. Doch koste die Aktie "noch immer bloss halb so viel wie Anfang 2018". Jedenfalls hat Ascom gute Nachrichten nötig, zumal "die letzten Jahre bei Ascom von Ergebnisenttäuschungen und Gewinnwarnungen geprägt" waren, wie 'Cash' festhält.
Zuletzt war angesichts schrumpfender Umsätze 2019 im Februar 2020 eine neue Konzernstruktur und ein Sparprogramm initiiert worden. Die Auswirkungen spiegelten sich in den neusten Halbjahreszahlen, wonach der Umsatz in der Corona-Krise leicht gesteigerten werden konnte.
Ascom mit Hauptsitz in Baar (Schweiz) ist mit operativen Gesellschaften in 18 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 1300 Mitarbeitende. Die Ascom Namensaktien (ASCN) sind an der SIX Swiss Exchange in Zürich kotiert.

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