Ascom will auch ICT-Healthcare-Company sein

23. Juli 2015, 10:17
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Der Schweizer Technologiekonzern Ascom zieht einen ersten Grossauftrag für den Healthcare-Bereich an Land.

Der Schweizer Technologiekonzern Ascom zieht einen ersten Grossauftrag mit seinen Myco genannten Smartphones für den Healthcare-Bereich an Land.
500 Mycos mit der Middleware-Plattform Unite seien für gut 500'000 Franken an ein 550-Betten-Spital in Nordamerika verkauft worden, teilt das Unternehmen mit. Es handle sich um den "ersten von vielen erwarteten Aufträgen des involvierten Healthcare-Networks", so Ascom weiter.
Die Geräte sind im April lanciert worden, sagt Konzern-Sprecher Daniel Lack zu inside-it.ch, und würden derzeit in einem Pilotprojekt auch in der Schweiz getestet. Man erwarte hierzulande "zwei bis drei Spitäler" demnächst ebenfalls mit dem neuen Gerät ausstatten zu können. Ascom sei auf gutem Weg, sich zur ICT-Healthcare-Company zu wandeln. Das schliesse selbstverständlich den Einsatz der neuen Geräte in der Industrie, der Pflege, in Gefängnissen oder im Retail-Business nicht aus, so Lack weiter.
In den USA war Ascom bereits Ende letzten Jahres mit dem texanischen Unternehmen Airstrip eine Partnerschaft eingegangen, um Anwendungen für klinische Smart-Devices zu verbinden. Diese Kooperation spiele in dem nun ausgerüsteten Spital aber eine eher untergeordnete Rolle, wie Lack ausführt. Denn Myco mit der Unite-Middleware bildet eine schnittstellenoffen konzipierte Integrationsplattform, die auch jedem anderen Netzwerk- oder Geräteanbieter aufnehmen kann. Das erlaube etwa die unterschiedlichsten zum Beispiel bei einem Patienten im Krankenzimmer stationierten Diagnosegeräte via Myco abzufragen oder auch von dort entsprechende Alarme zu empfangen. Dazu laufen spezifische Apps auf dem Android-basierten Gerät. Aber die Middleware-Plattform übernimmt auch das Management der mobilen Geräte und kann ausserdem als Ressourcen-Verwaltung genutzt werden, wenn etwa Betten ausgewechselt respektive bereitgestellt werden müssen oder die Patientenbetreuung zu koordinieren ist.
Als vierte zentrale Funktion nennt Lack die Messanger-Anwendung, die unter anderem der Koordination Pflegekräfte untereinander dient. Daneben funktioniere Myco aber auch als ganz normales Handy und kommuniziere mit der Aussenwelt im G3-Standard.
Insgesamt, so der Ascom-Mann weiter, lasse sich so die Patientenbetreuung viel stärker als bisher fokussieren, Leerläufe der Pflegekräfte würden sich erheblich reduzieren und selbst die Arbeiten des anderen Krankenhauspersonals könne via Myco zentral über die Smartphones gesteuert werden. Interessant ist, dass Ascom für die Entwicklung der mobilen Geräte Krankenschwestern angestellt hat. Nicht zuletzt ihren Inputs sei es zu verdanken, dass neben den spezifischen Spital-Funktionen nun ein besonders robustes und beispielsweise auch feuchtigkeitsresistentes Smartphone vorliegt, heisst es bei Ascom. (vri)

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