Aspirin für VM-Admins

15. April 2011, 09:55
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Der Zuger Startup icomasoft lanciert mit opvizor eine Plattform, die das Leben von Adminstratoren von virtualisierten Umgebungen massiv erleichtern soll.

Der Zuger Startup icomasoft lanciert mit opvizor eine Plattform, die das Leben von Adminstratoren von virtualisierten Umgebungen massiv erleichtern soll.
Kann man aus der Schweiz heraus mit einer Standard-Software weltweit Erfolg haben? Die Gründer der Zuger Software-Schmiede icomasoft, der bekannte VMware-Experte Dennis Zimmer und Diego Boscardin (Foto Startseite), glauben daran. Sie haben gestern die erste kommerziell erhältliche Version 1.0 von opvizor lanciert. opvizor ist eine Online-Software, mit der Administratoren die Komplexität ihrer mit VMware virtualisierten Umgebungen (Server, Storage, Netzwerke) massiv reduzieren können. Zimmer: "CIOs signalisieren seit Jahren die gleichen Schmerzen mit der steigenden Komplexität von virtualisierten Systemen. Doch kein Anbieter machte bisher Anstalten, Lösungen zu bieten."
Schwarmintelligenz für Logfile-Analyse
An einer Medienveranstaltung gestern in Zürich zeigte der "Erfinder" der Lösung, Zimmer, nicht nur "Slideware", sondern demonstrierte, wie man mit opvizor eine virtualisierte Umgebung bis hinab zu einzelnen Disks oder virtuellen Netzwerkkomponenten analysieren kann. Der Clou: Anders als die üblichen Monitoring-Systeme warnt die Lösung vor möglichen Problemen, bevor diese zu einem Unterbruch führen und anders als die Management-Lösungen von einzelnen Anbietern, funktioniert opvizor auch in heterogenen Umgebungen.
Technisch ist die Plattform einfach gestrickt. Sie analysiert die Logfiles der Kunden, die diese manuell oder automatisiert und verschlüsselt zu opvizor hochladen. Raffiniert wird die Sache, weil opvizor die Logfiles von vielen Kunden analysiert und so laufend "intelligenter" wird. Zudem werden "best practices" der verschiedenen Hersteller laufend in die Analyse-Logik integriert - eine Arbeit, die die VM-Verantwortlichen einer einzelnen Anwenderfirma unmöglich alleine leisten könnten.
1500 Euro pro Admin und Jahr
opvizor kostet in der "Professional" Version 1500 Euro pro Admin und Jahr. Boscardin von icomasoft machte gestern die gewagte Aussage, die Investition zahle sich schon in einem Monat aus.
So weit aus dem Fenster lehnen mochte sich Sven Kempf von der deutschen BHF-Bank, der opvizor seit der Testphase einsetzt und offensichtlich überzeugt von der Lösung ist, gestern nicht. Er sagte, er könne den "Return of Investment" von opvizor schlecht beziffern, da die Lösung ihm eben helfe, Fehler auszumerzen, bevor sie sich negativ auswirkten. Ausserdem helfe ihm die Plattform, organisatorische Grenzen zwischen der "Server-, Storage- und SAN-Truppe" innerhalb der IT-Organisation der Bank zu lösen, wie sich Kempf ausdrückte.
Kempf: "Als Verantwortlicher von virtualisierten Umgebungen ist man von den Ereignissen getrieben. Man reagiert normalerweise erst, wenn ein Fehler aufgetreten ist. Mit opvizor haben wir nun die Chance, zu agieren statt zu reagieren und schleichende Fehler zu erkennen."
Warum aus der Schweiz? Warum icomasoft?
icomasoft ist mit fünf Festangestellten und 14 Entwicklern in der Ukraine und Polen eine vergleichsweise winzige Firma. Warum bringt ausgerechnet ein winziger Schweizer Startup eine Lösung, die man doch eher von IBM, CA, HP oder einem der indischen Dienstleistungsriesen erwarten würde? Boscardin spricht von "Silos" der einzelnen Hersteller. So gehört VMware dem Storage-Spezialisten EMC, von dem die Unterstützung des Konkurrenten NetApp nicht zu erwarten sei. Ausserdem, so Boscardin, konzentrierten sich die Anbieter von Management-Lösungen immer noch auf Monitoring-Systeme.
Auf der Suche nach Geld
icomasoft wurde bisher von den Firmengründern Zimmer und Boscardin und durch Venture Capital der ZKB und der österreichischen gamma capital partners finanziert. Nun will Boscardin in einer neuen Finanzierungsrunde das Kapital auftreiben, um opvizor rascher weltweit bekannt zu machen und weiter zu entwickeln.
Zu wünschen wäre es: Das Potenzial einer "als-Service" angebotenen Lösung, die VM-Admins das Leben erleichtert, liegt auf der Hand und die gestern am Launch von opvizor anwesenden Anwender sind offensichtlich überzeugt. (Christoph Hugenschmidt)
(Illustration: Ausschnitt aus einem gestern gezeigten Screen von opvizor 1.0)
(Interessenbindung: icomasoft ist Werbekunde unseres Verlags. Wir hätten den Artikel aber auch so geschrieben.)

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