Astra: Die Finanzkontrolle schiesst gegen das IT-Projekt Mistra

9. Oktober 2013, 07:38
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Die eidgenössische Finanzkontrolle kritisiert das Bundesamt für Strassen - nach dem Debakel rund um die Verkehrszulassung wird nun auch die Verwaltung aller Strassendaten kritisiert.

Die eidgenössische Finanzkontrolle kritisiert das Bundesamt für Strassen - nach dem Debakel rund um die Verkehrszulassung wird nun auch die Verwaltung aller Strassendaten kritisiert.
Schlechte Noten für das Bundesamt für Strassen (Astra): In einem am Dienstag publizierten Bericht zum IT-Projekt zur zentralen Verwaltung aller Strassendaten (Mistra) bemängelt die eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) unter anderem zeitliche Verzögerung, die Ausdehnung des Projekts und Kostenüberschreitungen. Dass das Projekt auf Abwegen ist, war bereits bekannt. Nun aber mit den konkreten Zahlen.
Dem ursprünglichen Budget für das Gesamtprojekt von 43 Millionen Franken stünden heute Ausgaben von 95 Millionen Franken gegenüber, hält die EFK in ihrem Bericht fest. Dabei sei zu erwarten, dass noch "über einige Jahre jährlich zweistellige Millionenbeträge in Mistra investiert werden".
In ihrem Bericht stellt die EFK zudem fest, dass der Projektauftrag ursprünglich sieben Teilprojekte vorgesehen habe, aus denen "mittlerweile 19 Teilprojekte geworden sind". Im Vergleich zum Projektauftrag 2003 seien die damals gesetzten Ziele "nur teilweise und deutlich später als geplant erreicht worden".
Die EFK hatte Mistra im Winter 2012/13 überprüft. In dem nun veröffentlichten Bericht übt sie nicht nur Kritik sondern beurteilt das Gesamtvorhaben Mistra auch als "notwendig für den Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen." Für die noch nicht realisierten Teilprojekte und auch für den weiteren Ausbau müsse aber eine "nutzenorientierte Priorisierung vorgenommen werden".
Astra gelobt Besserung
Das Astra gelobt in einer Mitteilung vom Dienstag Besserung. Die angestrebten Verbesserungen seien bereits in Angriff genommen worden. Konkret werde das Projektcontrolling für alle IT-Projekte ausgebaut und stärker formalisiert. So sollen finanzielle und terminliche Engpässe früher erkannt werden. Den Abschluss von Mistra stellt es für 2014 in Aussicht.
Mistra ist eine Programmbezeichnung für verschiedene eigenständige Informatik-Werkzeuge, die unter der Federführung des Astra laufend weiterentwickelt werden. Die Mistra-Daten liefern beispielsweise ein Inventar aller Strassen und dienen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden beim Unterhalt und Betrieb ihrer Strasseninfrastruktur.
Mistra ist nicht das erste IT-Projekt des Astra, das mehr kostet als ursprünglich geplant. Ende 2012 gab das Astra bekannt, dass das neue Informationssystem Verkehrszulassung (IVZ) statt wie ursprünglich angenommen 8 Millionen Franken viermal mehr Kosten verursachen wird.
Hier unsere genauere Analyse des Berichts. (sda/lvb)

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