Astra: Riskante Abhängigkeit von IT-Anbietern

13. Februar 2014, 13:04
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Ein neuer Bericht zeigt, dass das Bundesamt für Strassen zu enge Beziehungen zum Berner IT-Dienstleister Techdata hat.

Ein neuer Bericht zeigt, dass das Bundesamt für Strassen zu enge Beziehungen zum Berner IT-Dienstleister Techdata hat.
Das Bundesamt für Strassen (Astra), das aufgrund von Problemen im IT-Dachprojekt Mistra seit Mitte 2012 in den Schlagzeilen ist, verschiedene Punkte. So bestehe eine Abhängigkeiten vom Lieferanten (Techdata) wie auch vom Subunternehmer (Trivadis) hinsichtlich personeller und auch technischer Aspekte. Techdata ist nicht zu verwechseln mit dem IT-Distributor Tech Data mit Sitz in Rotkreuz.
Ex-Firma des Astra-Chefs
Problematisch an der Beziehung zwischen dem Berner IT-Unternehmen Techdata und dem Astra ist die Tatsache, dass es die Ex-Firma des amtierenden Astra-Direktors Rudolf Dieterle ist, wie in der Branche bekannt ist. Er war elf Jahre lang bis 1998 Geschäftsführer. Im Bericht geht es aber nicht darum. Vielmehr wird darin die Konzentration des gesamten Wissens über TDcost als unverzichtbare Anwendung beim Astra auf einige wenige Personen als "sehr grosses Risiko" eingestuft. Daher sollten auch Alternativen betrachtet werden: Entweder sei der Kreditorenprozess aus TDcost herauszulösen und mit einer entsprechenden Anwendung zu bearbeiten oder eine mittelfristige Ablösung von TDcost sollte vorbereitet werden. Das Wissen über das System TDcost sei "auf wenige Personen verteilt", heisst es im Bericht. "Ein ernsthafter Ausfall des Architekten von TDcost bei Techdata" könnte das Ende der Weiterentwicklung des Systems bedeuten.
Die Empfehlungen der Finanzkontrolle werden laut dem Bericht vom Astra aufgenommen und entsprechende Massnahmen seien in die Wege geleitet. Das Astra hatte bereits im November mitgeteilt, dass ein Evaluationsverfahren für die Ablösung von TDcost starten soll. Die Beziehungen zu Techdata dürften aber weiterhin bestehen bleiben. (mim)

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