Asus, Siemens & Co. in Taiwan wegen ausbeuterischer Überstunden verdonnert

24. Januar 2011, 07:00
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Nach einer Selbstmordserie von 13 bekannten Fällen bei Apple-Produktionspartner Foxconn in den ersten acht Monaten des Vorjahres auf chinesischen Fabrikgeländen sind nun im Heimatland Taiwan eine Reihe von Unternehmen wegen unzulässiger Überstunden zu Geldstrafen verdonnert worden.

Nach einer Selbstmordserie von 13 bekannten Fällen bei Apple-Produktionspartner Foxconn in den ersten acht Monaten des Vorjahres auf chinesischen Fabrikgeländen sind nun im Heimatland Taiwan eine Reihe von Unternehmen wegen unzulässiger Überstunden zu Geldstrafen verdonnert worden. Gerade erst hat das Arbeitsamt der Hauptstadt Taipei eine Liste von Firmen veröffentlicht, die Angestellte länger als 12 Stunden am Tag beschäftigt haben sollen oder mehr als 46 Überstunden im Monat forderten.
Darunter befinden sich Asustek Computer (kurz Asus) und der Spin-off Pegatron, Auftragsfertiger unter anderen für Notebooks und Tablet-PCs. Mit angeklagt sind auch Siemens Taiwan, Game Flier International, AOpen, Twinhead International, Advantech, Genuine C&C und Allison Test Lab. Die auferlegten Straf- oder Bussgelder für solche Verstösse sind mit 6'000 bis 60'000 New Taiwan Dollar (200 bis 2000 CHF) allerdings lächerlich gering.
Der Vorwurf gegen Asustek lautete, ohne vorherige Absprachen Überstunden verordnet zu haben und kein Gremium zuzulassen, bei dem sich Mitarbeiter beschweren könnten. Pegatron hat sich verteidigt mit den Worten, dass einer der Beschäftigten einem Kollegen die Frühschicht abgenommen habe, wodurch es dazu gekommen sei, dass er an einem Tag auf 15,5 Stunden kam. Game Flier hat die vorgekommenen Überstunden laut der chinesischsprachigen 'Apple Daily' damit erklärt, dass über Nacht Techniker gebraucht wurden, Siemens Taiwan damit, dass einige Angestellte von sich entschieden haben, länger zu bleiben, weil sie noch ein Projekt fertigstellen wollten. Beide Unternehmen gelobten Besserung. (Klaus Hauptfleisch)

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