Asut gegen Markteingriffe des Bundes

30. April 2014, 12:37
  • telco
  • asut
image

Der Telekomverband Asut kritisiert "massive Markteingriffe des Bundes".

Der Telekomverband Asut kritisiert "massive Markteingriffe des Bundes". Denn der Bundesrat möchte die Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) und die Verordnung über die Adressierungselemente im Fernmeldebereich (AEFV) im Fernmelderecht an die Entwicklungen des Marktes und der Technik anpassen. Zudem soll eine neue Verordnung über Internet-Domains (VID) die Verwaltung von Internetadressen mit der Endung ".swiss" und ".ch" regeln. Nach dem Ende der Vernehmlassung, bei der auch Asut zu Wort gekommen ist, wolle man sich nun direkt mit dem Bakom darum bemühen, die bisher in den Vorlagen enthaltenen kritischen Punkte zu klären, erklärte Asut-Geschäftsführer Christian Grasser gegenüber inside-it.ch.
Laut Asut stehen hinter den geplanten Anpassungen massive Markteingriffe bei der Preisgestaltung und es würden komplizierte Abläufe bei der Verwaltung neuer, im öffentlichen Interesse stehender Internet-Adressen geschaffen. Wegen einiger weniger schwarzer Schafe bei der Preisansage von Mehrwertdiensten würde die grosse Mehrheit der Mehrwertdienst- und Fernmeldedienstanbieter zu kostspieligen Massnahmen und Investitionen gezwungen. "Dies ist unverhältnismässig", betont man in einer Meldung von heute. Könnten doch fehlbare Dienstleister bereits durch das Bakom (Bundesamt für Kommunikation) sanktioniert werden. Eine Veranlassung, darüber hinausgehende Massnahmen aufzugleisen, bestünde nicht, ist man sich bei dem Wirtschaftsverband sicher.
Zudem lehnt der Asut auch die Regulierung der Gebühren zwischen Fernmeldedienstanbieter und Endkunden bei der Übermittlung von Mehrwertdiensten ab. Diese Gebühren seien heute schon Teil des Abonnements und würden dem Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern unterliegen. Auch hier sein ein Markteingriff durch den Bund nicht angebracht.
Kritik erntet auch die geplante neue Verordnung (VID) zur Verwaltung der beiden Top-Level-Domain ".swiss" und ".ch". Sie soll Rollen und Kompetenzen von Marktteilnehmern, Kunden und Bakom neu regeln. Damit schaffe man zwar eine klare Trennung bei .ch von Registry und Registrar-Tätigkeit, führe diese Kumulationsmöglichkeit aber bei .swiss wieder ein, so Asut: "Diese Verordnung ist unnötig kompliziert und schafft durch die Einführung neuer Rechtsmittel und Verfahren erhebliche Rechtsunsicherheit bei den Inhabern von Domain-Namen sowie bei den involvierten Marktteilnehmern (Registry und Registrare)". Darum will der Wirtschaftsverband nun im direkten Gespräch mit dem Bakom darauf drängen, die Regelungen einfacher und klarer zu gestalten und auf unnötige Kumulationen von operativen und aufsichtsrechtlichen Rollen beim Regulator zu verzichten. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Meinung: Big-Tech-Beteiligung an Netzausbaukosten ist absurd

Das wäre, wie wenn sich Mercedes und VW sich am Strassenausbau oder Samsung und Miele am Stromnetzunterhalt beteiligen würden, kommentiert Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 27.9.2022 3
image

Swisscom und EU-Telcos fordern Big-Tech-Beteiligung an Netzkosten

16 CEOs von europäischen Telekomunternehmen wollen, dass sich Google, Meta, Netflix & Co. am Netzausbau beteiligen. Die Forderung ist nicht neu, doch der Ton gewinnt an Schärfe.

publiziert am 26.9.2022
image

268 Millionen IPv4-Adressen sind verschwunden

Ein Forscher bezichtigt Adobe, Amazon und Verizon der unrechtmässigen Verwendung von reservierten IPv4-Adressen. Dadurch werden diese praktisch unbrauchbar.

publiziert am 20.9.2022
image

Huawei Schweiz ehrt seine "Partner des Jahres 2022"

Der chinesische Technologiekonzern betont bei der Award-Vergabe 2022 "bedeutende Projekte" der öffentlichen Hand.

publiziert am 20.9.2022