Atos baut mit Nvidia-Hardware KI-Supercomputer "Leonardo"

16. Oktober 2020, 16:00
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Um die KI-Forschung voranzutreiben soll 2021 in Italien ein neuer Supercomputer Betrieb gehen. Er soll der bisher leistungsfähigste des Landes werden.

Für den italienischen Forschungszentrum Cineca (Consorzio Interuniversitario dell'Italia Nord Est per il Calcolo Automatico) wird Atos den schnellsten Supercomputer Italiens und einen der leistungsstärksten Rechner der Welt bauen. Er basiert auf der BullSequana-XH2000-Technologie von Atos und soll über rund 14'000 GPU-beschleunigten Nvidia-Prozessoren eine Leistung von 10 Exaflops liefern können. 
Das Leonardo genannte System soll eine Rechenleistung von insgesamt 250 Pflops und eine Speicherkapazität von über 100 Petabyte haben, teilt Cineca mit. Damit werde Leonardo den bisher schnellsten Rechner des Forschungsverbunds namens Marconi-100 um rund das 10-fache übertreffen. Marconi100 steht laut Cineca aktuell an 9. Stelle auf der Top-500- Liste der weltweiten Supercomputersysteme.
Für den Bau von Leonardo sind Kosten von rund 240 Millionen Euro veranschlagt. Nvidia bringt in das Projekt neben seiner Beschleunigungstechnik auch die im letzten Jahr zugekaufte Netzwerk-Technologie von Mellanox ein. Weiter nennt das Cineca eine Leistungsaufnahme von 9 Megawatt und 3 Petabyte DDR4-Arbeitsspeicher sowie etwa 150 Petabyte an Storage.
Leonardo soll speziell für KI-Anwendungen und Datenanalysen im wissenschaftlichen und kommerziellen Umfeld zum Einsatz kommen, die von der Bekämpfung von Covid-19 und dem Klimawandel bis hin zur Konstruktion von neuartigen Flugzeugen, Autos, Medikamente und Materialien reichen.
Beschafft wird Leonardo wird von der  2018 gegründeten EuroHPC, einem Verbund von EU-Staaten zur Entwicklung eines Supercomputing-Ökosystems.

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