Atos betreibt Polyalert noch mindestens zwei Jahre

16. April 2020 um 15:53
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Der etwas über 12 Millionen Franken schwere Auftrag wurde freihändig vergeben. Eine Ausschreibung soll folgen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) hat den Betrieb des Schweizer Sirenensteuerungssystems Polyalert bis 2022 in einem freihändigen Zuschlag an Atos vergeben. Das Volumen beläuft sich auf rund 12,2 Millionen Franken und umfasst Service Desk, Field Force, Application Management, Hosting und Housing. Zudem besteht die Option, für weitere gut 6,1 Millionen Franken das Sirenensteuerungssystem auch noch im Jahr 2023 zu betreiben.
Auf Anfrage erklärt Babs-Sprecher Andreas Bucher, dass das Beschaffungsvolumen die "wiederkehrenden Betriebskosten inklusive zusätzlicher Leistungen für einen Parallelbetrieb, Support und Know-how-Transfer während einer Übergangsphase und eine Reserve für unvorhergesehene Leistungen im Rahmen des laufenden Betriebs beinhaltet".
Auf die Frage, warum der seit 2010 bestehende Auftrag nicht früher neu ausgeschrieben und somit die freihändige Vergabe vermieden worden wäre, führt Bucher aus: "Es handelt sich beim System Polyalert um eine komplexe Anwendung mit zahlreichen Schnittstellen, Systemen und Rahmenbedingungen. Die Definition der Betriebsstrategie hat aufgrund dieser Komplexität und der Anzahl Schnittstellen mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich geplant."

Neuausschreibung kommt

Jedenfalls hat das Babs gleichzeitig mit der Auftragsverlängerung auf Simap angekündigt, die bisher von Atos bezogenen Leistungen wegen des Auslaufens der Verträge neu auszuschreiben. Das hier BIAS ("Betrieb Informations- und Alarmierungssysteme") genannte Projekt umfasse alle aktuellen Leistungen des Atos-Auftrags, allerdings auch zusätzliche Optionen, wie Bucher erklärt.
In der Vorankündigung zu der WTO-Ausschreibung heisst es dazu: "Zusätzlich muss es möglich sein, einzelne Teilleistungen zukünftig auch für weitere Babs Business-Services zu nutzen". Details werden nicht konkretisiert.
Der ursprüngliche Vertrag war damals noch mit der Siemens-Sparte IT Services geschlossen worden, die kurz darauf vom französischen IT-Dienstleister Atos übernommen wurde.
Summarisch heisst es im Zuschlag des Auftrags an Atos, Polyalert bestehe im Wesentlichen aus dem zentralen Kernsystem in zwei Rechenzentren, aus dezentralen Komponenten in den Kantonen, sowie seit Oktober 2018 aus Schnittstellen zu Drittsystemen. Es umfasse rund 5000 Sirenen in der Schweiz, die mit einem Polyalert-Fernsteuerungsgerät über die kantonalen Polycom-Funknetze gesteuert werden. Zudem bestehen alternative Übertragungsvektoren zu den Sirenen via Radio UKW/RDS oder mobilen Netzen.

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