Auch der Nationalrat will eine militärische Cyberdefence-Einheit

13. Dezember 2017, 16:56
  • security
  • sik
  • bundesrat
  • parlament
  • nationalrat
image

Der Bund soll eine militärische Cyberdefence-Organisation schaffen.

Der Bund soll eine militärische Cyberdefence-Organisation schaffen. Nach dem Ständerat hat sich auch der Nationalrat dafür ausgesprochen – wenn auch mit gewissen Vorbehalten. Die grosse Kammer hiess heute eine Motion von Josef Dittli (FDP/UR) stillschweigend gut, die zuvor von der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) leicht abgeändert worden war.
Dittli beantragt dem Bundesrat, bei der Schweizer Armee ein militärisch ausgerichtetes Kommando zur Abwehr von Cyberrisiken mit Truppen in angemessener Stärke aufzubauen.
Der Rat befürwortete das Anliegen. Nationale Bedrohungen und Gefahren würden sich immer mehr in den Cyberraum verschieben, sagte Kommissionssprecher Marcel Dobler (FDP/SG). Sie seien komplex und nicht minder gefährlich. Die Cyber-Strategie des Bundes weise hier in die richtige Richtung, bedürfe aber weiterer Ergänzungen.
In den meisten Punkten folgte der Nationalrat den Vorschlägen Dittlis: Die geplante Einheit soll aus 100 bis 150 IT-Spezialisten bestehen. Daneben sollen die Cyber-Truppen nach dem Milizsystem funktionieren und 400 bis 600 Personen umfassen.
Nationalrat will keine Cyber-RS
Anders als der Motionär sprach sich der Nationalrat aber dafür aus, keine Cyber-Rekrutenschule schaffen. Die Cybertruppen sollen erst ab RS fachspezifisch ausgebildet werden. Auch folgte er dem Vorschlag der SiK, den Begriff "Kommando" durch den Begriff "Organisation" zu ersetzen, um der Armee hier mehr Handlungsspielraum zu lassen.
Mit der angepassten Motion kann auch der Bundesrat gut leben. Die Einführung einer Cyber-RS sei deshalb nicht machbar, weil die Ausbildung der benötigten Spezialistinnen und Spezialisten mit den traditionellen Ausbildungsmodellen der Armee nicht zu realisieren sei, erklärte Verteidigungsminister Guy Parmelin. Das Verteidigungsdepartement sei daran, mit den Hochschulen geeignete Lösungen zu erarbeiten, fügte er bei.
Nun muss der Ständerat entscheiden, ob er die Änderungen an der Motion gutheissen will. (sda/kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

EPD-Infoplattform von eHealth Suisse gehackt

Unbekannte haben von der Website Patientendossier.ch Nutzerdaten abgegriffen. Das BAG erstattet Anzeige, gibt aber Entwarnung.

publiziert am 30.9.2022 2
image

Palantir übernimmt 230-Millionen-Auftrag, um US-Drohnen effizienter zu machen

Der opake Datenanalyse-Konzern des rechtslibertären Milliardärs Peter Thiel gibt auch in Europa wieder zu Reden. CEO Alex Karp inszeniert sich als kritischer Geist.

publiziert am 30.9.2022
image

Podcast: Sollten noch Produkte von Huawei und Kaspersky eingesetzt werden?

Wir debattieren, was es für die Schweiz bedeutet, wenn Produkte von Firmen aus autoritären Ländern eingesetzt werden. Zudem gehen wir den Transparenzinitiativen von zum Beispiel Kaspersky und Huawei auf den Grund und fragen uns: Sind die Amerikaner eigentlich besser?

publiziert am 30.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022