Auch Github will Googles Cookie-Alternative blockieren

28. April 2021, 11:04
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Die neue Tracking-Technologie FLoC von Google stösst auf Widerstand. Apple setzt auf ähnliche Methoden, um gezielte Werbung an Nutzer­gruppen auszuspielen.

Offenbar will auch Github die neue Tracking-Technologie FLoC von Google blockieren. Ein neuer HTTP-Banner, der 'Bleeping Computer' in Github Pages aufgefallen ist, lässt darauf schliessen, dass das Unternehmen eine Opt-Out-Option für Googles FLoC-Tracking bieten will.
Das US-Magazin schreibt weiter, dass die gesamte github.com-Domain diesen Header gesetzt habe, was darauf hindeute, dass Github nicht will, dass seine Besucher in die "Kohorten" von Google FLoC aufgenommen werden, wenn sie eine Github-Seite besuchen.
Google hat vor einigen Wochen die "Federated Learning of Cohorts" (FLoC) genannte Technologie vorgestellt. Der Kern der Technologie ist, dass in Zukunft das Surfverhalten eines Individuums (oder genauer gesagt eines PCs) nicht mehr zentral von Google aufgezeichnet und analysiert wird. Stattdessen soll dies der Browser lokal auf dem Endgerät tun. Basierend auf den Vorlieben eines Users soll der Browser den User beziehungsweise das Gerät einer sogenannten Kohorte zuordnen. Diese umfasst User mit den gleichen oder ähnlichen Vorlieben, was es ermöglicht, gezielte Werbung an diese auszuspielen.

Kritik von Browser-Anbietern, Datenschützern und Wordpress

Mittlerweile hat die FLoC-Technologie aber viele Kritiker auf den Plan gerufen. Viele grosse Web-Publisher verlassen sich auf gezielte Werbung, um ihr Geschäft zu unterstützen. Somit beklagen sich die Werbetreibenden, weil sie damit mehr so zielgenau Werbung schalten können wie mit Cookie-basiertem Tracking.
Gleichzeitig gibt es auch viele Kritiker, die glauben, dass FLoC höchstens eine minimale Verbesserung in Sachen Datenschutz oder sogar eine grössere Gefahr für die Privatsphäre darstellt als Cookies. Dazu gehören die amerikanische Datenschützer-Organisation EFF sowie die Browser-Entwickler Brave, Duckduckgo und Vivaldi. Auch der CMS-Anbieter Wordpress hat vorgeschlagen, die Technologie zu blockieren.

Auch Apple setzt auf "Segmente"

Die FLoC-Technologie ermöglicht es Google weiterhin, einigermassen zielgerichtet Werbung zu verkaufen. Schliesslich ist Werbung die wichtigste Einnahmequelle des Tech-Konzerns. Auch Apple verdient Geld mit Werbung, die beispielsweise im App Store und bei Apple News und Stocks ausgespielt wird.
Dass User von Apple nicht getrackt werden, sei Wunschdenken, schreibt 'mspoweruser'. Demnach zeigt die Datenschutzerklärung von Apple, dass das Unternehmen auf ein ähnliches Konzept setzt, wie es Google mit FLoC macht.
In seiner Datenschutzerklärung erklärt das Unternehmen zwar: "Apples Werbeplattform verfolgt sie nicht". Das "bedeutet, sie verknüpft keine Benutzer- oder Gerätedaten, die von unseren Apps gesammelt wurden, mit Benutzer- oder Gerätedaten, die von Dritten zu Zwecken der gezielten Werbung oder Werbemessung gesammelt wurden", so die Erklärung.
Allerdings können kontextbezogene Daten verwendet werden, um gezielte Werbung zu schalten. Diese umfassen unter anderem Geräteeinstellungen wie die Tastatur-Sprache, Standortdienste und Suchvorgänge im App Store, sofern Nutzer dies freigegeben haben, sowie die Aktivitäten in Apple News und Stock.
"Wir erstellen Segmente, d. h. Gruppen von Personen, die ähnliche Merkmale aufweisen, und verwenden diese Gruppen für die Schaltung gezielter Werbung", so die Datenschutzerklärung weiter. Informationen über den Nutzer können verwendet werden, um diesen bestimmten Segmenten zuzuordnen. Um die Privatsphäre zu schützen, so Apple, werden zielgerichtete Anzeigen nur ausgeliefert, wenn mehr als 5000 Personen die Kriterien erfüllen.

Tracking Opt-In bei Apples iOS

Mit der neuen iOS-Version hat Apple "App Tracking Transparency" (ATT) eingeführt. Mit dem Betriebssystem 14.5 müssen App-Entwickler die iPhone-Nutzer nun um Erlaubnis bitten, bevor sie ihre Daten und Bewegungen tracken dürfen.
Apple begründet den Schritt mit der Verbesserung des Datenschutzes. Das Unternehmen versucht seit längerem, die Privatsphäre der User zu einem Verkaufsargument für seine Produkte zu machen. 

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