Auch Graubünden will die Datenspezialisten von morgen ausbilden

1. September 2020, 12:46
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Die Fachhochschule Graubünden wird im Herbst 2021 mit einem Bachelor-Studiengang "Computational and Data Science" starten.

Ab sofort kann man sich an der FH Graubünden für einen Studienplatz des im Herbstsemester 2021 startenden Bachelorangebots in "Computational and Data Science" bewerben. Wie die Fachhochschule mitteilt, verfolge man damit die Strategie weiter, "sich mit schweizweit einzigartigen Nischenangeboten in der Hochschullandschaft zu positionieren". Ganz so "einzigartig" stehen die Bündner allerdings nicht da. Denn, dass Daten der Rohstoff künftiger Karrieren sind, haben auch die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS), die Hochschule Luzern (HSLU) oder die ETH Zürich erkannt, um nur drei Schweizer Hochschulen zu nennen.
Noch stehe die formale Genehmigung des neuen Studienangebots durch die Bündner Regierung aus, doch der Studienleiter ist bereits bekannt. Es ist Corsin Capol, bisher Dozent am Institut für Photonics und ICT (IPI). Er habe das Studienangebot massgeblich mitentwickelt und verantworte das "praxisorientierte Studium". Gelernt werden soll, "aus Daten Wissen zu generieren und in den Natur- oder Ingenieurwissenschaften traditionelle Labor- und Feldexperimente durch Simulationen zu ergänzen oder ersetzen". Es gehe darum, fundierte Kompetenzen in rechnergestützten Datenwissenschaften zu erwerben. Das Besondere ist denn wohl auch, dass die Studierenden sich in die Informatik vertiefen und Kenntnisse in den angewandten Naturwissenschaften erwerben.
Dass Studium werde in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Data Analytics, Visualization and Simulation (DAViS) an der FH Graubünden gestaltet. Bei DAViS handle es sich um ein regionales Kompetenzzentrum für Forschung, Industrie und Lehre in den Bereichen Datenanalyse und wissenschaftliches Rechnen, so die FH. Es arbeite mit dem von der ETH Zürich betriebenen, nationalen Hochleistungs-Rechenzentrum (CSCS) in Lugano zusammen und kooperiere mit dem Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) der Universität Zürich. Zudem schreibt die FH, dass derzeit 19 nationale und regionale Unternehmen den Bachelorstudiengang als Kooperationspartner unterstützen.
Den Absolventen des neuen Studienangebots wird versprochen, dass sie nach dem Studium "typischerweise als Data Scientist, Simulation Engineer oder Software Engineer" arbeiten können. Zudem verspricht Studienleiter Capol, dass die Kombination von naturwissenschaftlichen Grundlagen mit rechnergestützten Datenwissenschaften bisher noch unbekannte Berufsbilder prägen werde.

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