Auch Sunrise leidet unter dem Preiskampf

9. November 2015, 09:21
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Swisscom-Konkurrent Sunrise verdiente im dritten Quartal zwar Geld, muss aber einen Umsatzrückgang hinnehmen.

Swisscom-Konkurrent Sunrise verdiente im dritten Quartal zwar Geld, muss aber einen Umsatzrückgang hinnehmen.
Der Telekomanbieter Sunrise ist im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Sunrise verdiente unter dem Strich 14 Millionen Franken, nach einem Verlust von 53 Millionen Franken im Vorjahresquartal.
In den ersten neun Monaten schrieb Sunrise insgesamt einen Verlust von 138 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. In der ersten Jahreshälfte hatten Kosten für den Börsengang und Lizenzzahlungen Sunrise tief in die roten Zahlen gerissen.
Der Umsatz des Swisscom-Konkurrenten sank im dritten Quartal um volle 8,5 Prozent auf 487 Millionen Franken. Als Gründe gibt Sunrise die Anpassung der Roamingpreise und die Stärke des Schweizer Frankens an, der vor allem auch zum Rückgang des Verkaufs von Mobiltelefonen geführt habe. Damit hat Sunrise im dritten Quartal wesentlich mehr Umsatz eingebüsst als Swisscom. Es scheint, dass Sunrise mehr unter dem Wechsel von Kunden von Prepaid- zu Flatrate-Preismodellen leidet.
Mit dem Kundenwachstum zeigt sich Sunrise dennoch zufrieden. Alleine im dritten Quartal 2015 seien 23'900 neue Postpaid-Kunden hinzugekommen, heisst es in einer Mitteilung. Allerdings verlor Sunrise im Jahresvergleich mehr Prepaid-Kunden als das Unternehmen Abonnenten gewinnen konnte. Da die Zahl der Prepaid-Kunden zurückging, sank die Zahl der Mobilfunk-Kunden insgesamt um 57'000.
Der bereinigte Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) sank von Januar bis September auf 450 Millionen von 472 Millionen Franken in der Vorjahresperiode. Der Umsatz sank um 3,7 Prozent auf 1,464 Milliarden Franken.
Zulegen konnte Sunrise aber bei Internet- und TV-Kunden. Im kompetitiven Marktumfeld habe Sunrise eine gute Leistung gezeigt, sagte IR-Leiter Uwe Schiller gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
Stellenabbau
Der im September angekündigte Stellenabbau ist zu einem grossen Teil schon über die Bühne. Der Grossteil der Mitarbeiter sei bereits informiert und freigestellt worden, sagte Schiller. Einige wenige hätten im dritten Quartal noch nicht informiert werden können, da sie krank oder in den Ferien waren. Insgesamt fallen wie geplant bis zu 165 Vollzeitstellen beziehungsweise 175 Mitarbeiter weg.
Für die Restrukturierung verbuchte Sunrise von Juli bis September Kosten von rund 20 Millionen Franken. Auf der anderen Seite konnten Rückstellungen für Pensionskassenzahlungen aufgelöst werden, was den Effekt kompensierte. (hc / sda)

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