Auch Winterthur setzt auf elektronische Steuerabrechnung

22. Juni 2010, 10:16
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NEST entwickelt Lösung.

NEST entwickelt Lösung.
Seit gestern können die Winterthurer auf elektronischem Weg ihre Staats- und Gemeindesteuerrechnungen bezahlen. Damit macht der Stadtrat nun Ernst damit, das E-Government in Winterthur auszubauen. Mit der E-Rechnung genannten Lösung wird der ganze Zahlungsverkehr papierlos abgewickelt und von der Rechnung über die dazugehörenden Beilagen und Einschätzungsentscheide bis hin zur Zahlung via Postfinance oder einer Bank läuft der gesamte Prozess elektronisch ab. Die Nachvollziehbarkeit, Echtheit und der Datenschutz sowie das Steuergeheimnis seien gewährleistet, heisst es in einer Mitteilung.
Entwickelt wurde die Lösung in rund einem Jahr vom Steueramt Winterthur gemeinsam mit der Firma NEST (Neue Software Technologie Gemeinden), die bereits ähnlich Lösungen für die Kantone Glarus, Nidwalden, Obwalden, Schwyz und Uri gebaut hat. Laut dem Projektleiter des Steueramtes, Benjamin Engeli, hat NEST den Auftrag übernommen, nachdem sich auch die Stadt Zürich bereit erklärt hat, in Zukunft ebenfalls auf diese neu entwickelte Software zusetzen. Für Engeli ist zudem klar, dass die nun vorhandene Lösung auch anderen Städte, Gemeinden und Kantonen zur Abwicklung der Steuerrechnungen zur Verfügung stehen wird. In der Mitteilung wird dafür ein grosses Potential beschrieben: Ab kommenden September sollen rund 800'000 Menschen im Kanton Zürich und über 1,7 Millionen Personen in weiteren elf Kantonen und etwa 180 Städten und Gemeinden der deutschen Schweiz darauf zugreifen können.
NEST ist ein Gemeinschaftsunternehmen der auf Steuer-Lösungen fokussierten KMS in Kriens, der auf Software für die Einwohnerkontrolle und Energieversorger konzentrierten InnoSolv in St. Gallen und der Firma Sesam in Tuttwil, die die Debitoren-Abwicklung in der öffentlichen Verwaltung adressiert. Bei dem Winterthurer Steuern-Projekt war deshalb vor allem KMS involviert, die sich insbesondere auf den Input-Teil der Software fokussierte. Die Output-Steuerung kommt von der deutschen Printcom, die in der Schweiz mit einem Büro in Basel präsent ist. Engeli, der die Kosten des Projektes nicht beziffern wollte, nennt neben Einsparungen von Portokosten und beim Papierhandling als besonderen Vorteil der neuen Lösung die Verringerung der Fehlerquote bei den bisher manuell abgewickelten Prozessen. "Trotz der nun hinzukommenden Lizenzkosten sind in der Gesamtrechnung erhebliche Einsparungen zu erwarten", sagt Engeli. (vri)

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