Auf "Insieme" folgt "Fiscal-IT"

10. April 2013, 13:27
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Neuanlauf nach dem "Insieme"-Debakel: Bundesrat will die Informatik der Steuerverwaltung für 85 Millionen Franken erneuern.

Neuanlauf nach dem "Insieme"-Debakel: Bundesrat will die Informatik der Steuerverwaltung für 85 Millionen Franken erneuern.
Der Bundesrat unternimmt einen neuen Anlauf zur dringend nötigen Erneuerung der Informatik der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Er wird beim Parlament für das "Fiscal-IT" genannte Projekt einen Verpflichtungskredit von 85,2 Millionen Franken beantragen.
Die IT-Landschaft der Steuerverwaltung soll vereinheitlicht werden und uralte, kaum noch wartbare Applikationen sollen abgelöst werden. Zudem soll die ESTV ihre Prozesse modernisieren und fit für E-Government gemacht werden.
Neuer Anlauf mit 29 Teilprojekten nach Insieme-Debakel
Wie der Bundesrat heute in einer Mitteilung schreibt, wird "Fiscal-IT" in 29 Teilprojekte aufgeteilt, um das Projektmanagement zu vereinfachen und Risiken zu minimieren. Zudem sollen, "wo es wirtschaftlich sinnvoll ist", die Teilprojekte mit Standard-Komponenten umgesetzt werden.
"Fiscal-IT" folgt damit auf das unter gewaltigem Getöse gescheiterten Projekt "Insieme". Mit dem Projekt "Insieme" versuchte die Steuerverwaltung während vieler Jahre mit Hilfe von externen Beratern ihre alte IT-Landschaft auf einen Schlag zu erneuern. Das Projekt verschlang etwa 150 Millionen Franken und wurde nach massiven Korruptionsvorwürfen
Zentrale IT-Einheit in der ESTV
Neben der Aufteilung des Projekts in überschaubare Teilprojekte und dem geplanten Kauf von Standardprodukten wurde auch die IT-Abteilung innerhalb der Steuerverwaltung reorganisiert. Unter der Leitung von Dirk Lindemann wurde eine zentrale Organisationseinheit Informatik mit 30 Mitarbeitenden geschaffen.
Die Erneuerung der Applikationen der Steuerverwaltung ist dringend nötig. Denn heute laufen die zentralen Systeme der ESTV, "Stolis" und "Molis", auf einem uralten Siemens-Grossrechner. Schon alleine der Betrieb dieses Computer-Dinosauriers bis 2019 kostet mindestens 16 Millionen Franken. Zudem kann man die alten Programme nur sehr aufwändig an neue Anforderungen anpassen. (hc)

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