Aus den Forschungslabors der ETHs

5. Dezember 2013, 14:07
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Zehn Mal schnellere Datenübertragung und 3D-Scannen per Smartphone.

Zehn Mal schnellere Datenübertragung und 3D-Scannen per Smartphone.
Gleich zwei vielversprechende Errungenschaften aus der ETH, einmal aus Lausanne einmal aus Zürich, sind diese Woche vorgestellt worden: Zwei Forscher der ETH Lausanne, Camille Brès und Luc Thévenaz, haben eine Methode entwickelt, die einen zehn Mal höheren Datendurchsatz ermöglichen soll.
Lichtwellenleiter tragen die Daten in Form von Lichtimpulsen über Distanzen von Tausenden von Kilometern mit unglaublicher Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit ist dadurch eingeschränkt, dass die Impulse nicht zu nahe aufeinander folgen dürfen. Die Forscher haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Distanz der Impulse zu verringeren, und zwar indem die Daten innerhalb der Glasfaser verschachtelt werden.
3D-Scannen per Smartphone
Der zweite Wurf aus dem Forschungslabor der ETH ist eine Applikation. Wissenschaftler der ETH Zürich haben eine App entwickelt, die ein Smartphone in einen 3D-Scanner verwandeln kann. Laut einer Medienmitteilung haben die Forscher die Technologie gestern an einer Konferenz in Sidney präsentiert.
Ähnlich wie beim Fotografieren richtet man die Kamera des Smartphones auf ein beliebiges Objekt. Anstatt auf den Auslöser zu tippen, bewegt man das Gerät über das Objekt hinweg, damit es laufend Bilder aufzeichnen kann. Schon nach wenigen Aufzeichnungen erscheint auf dem Bildschirm ein 3D-Modell des Objekts. Auf dem Smartphone-Display kann der Benutzer jederzeit überprüfen, ob Bildausschnitte fehlen oder ungenügend sind und das Objekt aus zusätzlichen Blickwinkeln scannen. Dieses Echtzeit-Feedback ist möglich, weil die App die dreidimensionale Darstellung direkt auf dem Smartphone berechnet.
Der mobile 3D-Scanner kann die absolute Grösse und die vertikale Ausrichtung eines Objekts ermitteln, was mit bisherigen 3D-Bild-Verfahren nicht möglich war, so die Mitteilung weiter. Dazu muss die App hunderttausende Bildpunkte rekonstruieren. Diese komplexen Berechnungen müssen jedoch so effizient ausgeführt werden, dass der Nutzer den aktuellen Stand des Scans unmittelbar auf dem Display sieht. Die ETH-Forschenden nutzten deshalb den Grafik-Co-Prozessor des Smartphones (GPU), um die Datenrekonstruktion zu beschleunigen. (lvb)

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