Ausländische E-Commerce-Player verstärken Preisdruck

20. Februar 2018, 15:52
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Vergangenes Jahr haben Schweizer Konsumenten gemäss einer Studie des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV), der Post und des Marktforschungsunternehmens GfK im Internet Waren im Wert von 8,6 Milliarden Franken bestellt.

Vergangenes Jahr haben Schweizer Konsumenten gemäss einer Studie des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV), der Post und des Marktforschungsunternehmens GfK im Internet Waren im Wert von 8,6 Milliarden Franken bestellt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um zehn Prozent. Der Onlinehandel hat damit in einem sonst schrumpfenden Detailhandelsmarkt das Wachstumstempo erhöht.
Bei den Produkten sind vor allem die bereits umsatzstarken Warengruppen elektronische Geräte (2,0 Milliarden Franken) und Mode (1,7 Milliarden Franken) die Treiber der Entwicklung. Sie haben 2017 überdurchschnittlich zugelegt.
Ausländische Anbieter wachsen doppelt so schnell
Eine weitere Konstante im rasanten Wachstum des Online-Handels ist zudem das Vordringen von ausländischen Anbietern. Diese haben im letzten Jahr ihre Umsätze erneut markant erhöht. Sie sind um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken angestiegen. Seit 2011 haben sich die Online-Einkäufe im Ausland damit verdreifacht.
Gemäss dem VSV wird dieser Trend anhalten. So erwartet der Verband, dass die Online-Auslandseinkäufe auch in den nächsten drei Jahren mit jährlichen Steigerungsraten von 20 Prozent doppelt so schnell wachsen wird wie der gesamte Online-Markt in der Schweiz. Der Verband erwartet dabei, dass insbesondere die Importe aus China noch weiterhin stark zunehmen werden.
Es kommt zur Konsolidierung
Patrick Kessler vom VSV sagt der Branche einen fundamentalen Wandel voraus. So steige nicht nur der Preisdruck auf lokale Onlinehändler, sondern es sei auch eine Konzentration in der Branche absehbar, sagte er an einer Medienkonferenz. Halten können sich laut Kessler voraussichtlich nur die ganz grossen Online-Händler und spezialisierte Nischenanbieter. In der Mitte dagegen werde es eng. Der VSV stellt zudem fest, dass grosse Markenhersteller verstärkt in eigene Online-Shops investieren.
Für den stationären Handel bedeutet das nichts Gutes. Im Non-Food Bereich hat er seit 2010 bereits fast acht Milliarden Franken an Umsatz eingebüsst. Das hat laut Kessler auch Konsequenzen für das Stadtbild. "In den nächsten Jahren werden Sie auch an besten Lagen plötzlich Zwischennutzungen oder sogar leere Ladenflächen vorfinden", sagte er. (sda/kjo)

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