Ausstellerstimmen zur Orbit-iEX 08

23. Mai 2008, 15:48
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Von "Die Orbit ist für uns ein Muss" bis "Unser Wiederkommen ist ernsthaft in Frage gestellt."

Von "Die Orbit ist für uns ein Muss" bis "Unser Wiederkommen ist ernsthaft in Frage gestellt."
inside-channels.ch befragte kleine und grosse Aussteller aus verschiedenen Branchen nach ihrem ersten Eindruck von der Orbit-iEX 2008. Wir stellten allen im Prinzip die gleichen drei Fragen: Wie ist der Eindruck vom Interesse und dem Verhalten der Besucher. Hatte das Konzept der verstärkten Konzentration auf Besucher aus dem KMU-Umfeld positive Folgen? Und hat sich der Auftritt - gemessen an der Zahl der Leads pro investiertem Tauserdernötli - gelohnt?
Giancarlo Palmisani, Messeleiter, Exhibit AG
Zuallererst lassen wir aber den Messeleiter Giancarlo Palmisani zu Wort kommen. Dieser glaubt (Stand Freitagmorgen), dass trotz der verglichen mit dem letzten Jahr auf knapp 400 gesunkenen Ausstellerzahl die Zahl der Besucher etwa gehalten werden konnte. "Vielleicht sind es auch etwas weniger. Das hängt noch stark von der heutigen Besucherzahl ab. Vor allem aber haben mir viele Aussteller gesagt, dass für sie die richtigen Leute hier waren. Das neue Konzept hat also gegriffen", so Palmisani gegenüber inside-channels.ch
"Aber natürlich müssen wir auch weiterhin an der Konzeption und der Positionierung der Messe arbeiten. Wenn zum Beispiel Aussteller aus gewissen Bereichen, zum Beispiel Hardware, jetzt finden, dass dies nicht mehr der richtige Ort für sie sei, sollten wir das vielleicht einfach akzeptieren. Und verbesserungswürdig ist auch unsere Kommunikation. Hier übe ich auch Selbstkritik. In der Vergangenheit haben wir zu oft über die geredet, die nicht gekommen sind, statt über das, was wir den Besuchern zu bieten haben. Zum Beispiel die für die Schweiz immer noch grösste Konzentration von ERP- oder Security-Herstellern oder auch Unternehmens-ISPs an einem Ort."
Und nun zu den Ausstellerstimmen:
Gerrit Taaks, Unic (Webdienstleiter, grosser Auftritt)
Besucher: "Ok, Letztes Jahr war die Frequenz bereits gering, und dieses Jahr dürfte sie etwa gleich sein. Aber die Qualität der Besucher ist besser geworden. Was mir auffiel ist, dass sie dieses Jahr weniger 'geplaudert' haben, sondern sehr schnell auf den Punkt zu sprechen kamen, über den sie sich informieren wollten."
KMU-Konzept: "Ob das Konzept gegriffen hat, ist schwierig zu sagen. Wichtig für den Erfolg eines Ausstellerauftritts ist für mich die eigene Vorbereitung der Kommunikation. Unic liegt auf diesen Punkt grossen Wert."
Erfolg: "Ich werte unseren Auftritt auch dieses Jahr als Erfolg. Wir berücksichtigen neben den Leads eben auch viele andere wichtige Aspekte eines Auftritts an der Orbit-iEX . Wie können hier unser Image fördern und uns positionieren, sowohl gegenüber aussen, als auch gegenüber den eigenen und - wichtig - potentiellen neuen Mitarbeitenden. Für uns gibt es keinen adäquate andere Gelegenheit, bei der wir uns und unser Angebot so gut darstellen können, wie hier an der Orbit-iEX."
"Zudem sehen wir die begleitende Konferenz als Gelegenheit, Know-how zu vermitteln. Hier gibt es allerdings auch Kritik zu äussern. Viele Vorträge waren nur schwach besucht. Die Gründe waren vielfältiger Natur. Allerdings glaube ich nicht, dass sich damit ein Trend zeigt, ich bin sehr zuversichtlich, dass es nächstes Jahr wieder besser wird. Wir sind mit der Konferenzleitung im Gespräch, und diese Kritik bezieht sich ja nicht nur auf die Leitung – auch die Vortragenden stehen in der Verantwortung."
Christine Alpstäg, iFAS (ERP-Hersteller, grosser Auftritt)
Besucher: "Die Besuchermenge war gering und lag klar unter unseren Erwartungen. Die Zielstrebigkeit der Besucher kann ich bestätigen, und dass es viele junge Leute hatte, zum Beispiel ganze Schulklassen, werte ich persönlich positiv."
KMU-Konzept: "Das Konzept hat sich meiner Meinung nach nicht positiv ausgewirkt, vor allem auf die Besuchermenge. Die Messeleitung muss sich in dieser Beziehung unbedingt etwas überlegen, sonst kommen nächstes Jahr wieder weniger Aussteller, und die ziehen wieder weniger Besucher an, usw. Ich bin gespannt, ob sich bei der Messeleitung etwas bewegt."
Erfolg: "Wir haben unsere Mengenvorgabe für die Leads deutlich verfehlt. Ob wir nächstes Jahr wieder ausstellen, steht deshalb ganz klar in Frage."
Philipp Schwab, Business Factory (Marketingagentur, Auftritt im Start-up-Park)
Besucher: "Ich habe viele Besucher als zurückhaltend und im ersten Moment skeptisch empfunden. Aber wenn das Eis einmal gebrochen war, waren sie offen."
Konzept: "Ob das Kozept gegriffen hat, kann ich schwer beurteilen. Aber die Messe wird halt schon immer kleiner, und ich habe den Eindruck, dass viele Aussteller nicht mehr so glücklich sind, wie auch schon."
Erfolg: "Wir haben bei diesem Auftritt nicht so sehr an die Menge der Leads gedacht. Wir kamen hierher, weil wir an der Orbit-iEX, im Gegensatz zu Marketingmessen, an denen wir auch auftreten, die einzige Marketingagentur unter den Ausstellern waren. Das hat sich auch bewährt."
Mario Schwendener, IFJ, Organisator des Start-Up-Parks
Besucher: "Mit der Menge der Besucher bei uns bin ich zufrieden. Ich habe aber den Eindruck, dass viele der Besucher zielstrebiger sind, als an früheren Orbits. Sie interessieren sich für eine bestimmte Sache und wenn man sie als Aussteller aus einem anderen Bereich ansprechen will, gehen sie einem manchmal zuerst aus dem Weg. Das bedeutet aber für die Aussteller auch, dass man noch aktiver auf die Leute zugehen sollte."
KMU-Konzept: "Das Konzept kommt uns vom Start-up-Park entgegen, da auch unsere Aussteller nicht nur, aber eher, KMU-Kunden ansprechen wollen."
Erfolg: "Die Feedbacks, die ich von den Ausstellern auf den Start-up-Park gehört habe, waren eigentlich alle positiv. Aber natürlich kostet ein Auftritt im Park auch vergleichsweise sehr wenig. Da kann es sich schon lohnen, wenn ein Aussteller auch nur einen einzigen Kunden hier findet."
Alexandra Suchy, Marcel Freiburghaus, VTX (Telekommunikation, mittelgrosser Auftritt)
Besucher: "Dieses Jahr hatte es einige Nicht-Business-Besucher, zum Beispiel auffallend viele Jugendliche. Das ist nicht negativ gemeint: Die Jugendlichen sind die Power-Webuser von morgen. Ein weiterer Eindruck: Wenn man mit den Leuten ins Gespräch kam, waren sie sehr aufgeschlossen. Viele kamen direkt auf uns zu, waren gut informiert und hatten konkrete Vorstellungen davon, was sie wollten."
Konzept: "Trotz des KMU-Konzepts waren alle Arten von Leuten hier, von Consumern bis zu Vetretern von Large-Accounts. Ich frage mich, wie sehr man das Konzept nicht einfach im Nachhinein der Ausstellerentwicklung angepasst hat. Viele Aussteller, die an anderen Kundensegmenten interessiert waren, sind nicht mehr hier."
Erfolg: "Wir hatten unsere Zielvorgabe zur Anzahl der Leads gegenüber dem letzen Jahr erhöht. Aber im Verlauf der Woche wurde dann schnell klar, dass wir diese Vorgabe nicht erreichen konnten. Die Leads, die wir haben, sind jedoch gut. Unsere Pre-Sales konnten ganz konkrete Offerten schreiben, teilweise für komplexe Projekte. Unser Fazit daher. Der Auftritt hat sich ganz klar ausgezahlt."
Daniel Maier, Winet (Hersteller von VoIP-Geräten, kleiner Auftritt
Besucher: "Die Besucher waren recht zurückhaltend, manchmal sogar scheu. Man musste sie wirklich gezielt ansprechen, um Kontakt zu erhalten."
Konzept: "Die Idee ist sicher gut. Aber ob sie gewirkt hat kann ich nicht beurteilen. Unser Stand war dieses Jahr etwas im 'Abseits' am Rande der Ausstellungsfläche, und darum hatten wir deutlich weniger Besucherverkehr, als letztes Jahr."
Erfolg: "Obwohl unser Produkt mittlerweile wesentlich bekannter ist, als letztes Jahr, haben wir dieses Jahr weniger Leads . Das wirft natürlich schon Fragen auf. Ob wir den Auftritt als Erfolg werten können, hängt nun von der Auswertung der Leads ab, unter denen einige vielversprechend sind. Dass wir aber wieder an die Orbit-IEX kommen, steht glaube ich ausser Frage. Die Orbit ist schlicht ein Muss für uns. Sie ist die einzige Messe in der Schweiz, an der wir erfolgversprechend auftreten können." (Interviews: Hans Jörg Maron)
(Foto: Eine Schlange, eine Schlange! Aber wieso nur an einem Schalter? Die Handytickettechnik hatte eben ihre Tücken. Das Foto verdanken wir Alexandra Suchy von VTX.)

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