Auto-Virus (noch) ein Mythos

11. Mai 2005, 11:21
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Viren verbreiten sich seit geraumer Zeit auch auf Handys, genau genommen auf so genannten Smartphones.

Viren verbreiten sich seit geraumer Zeit auch auf Handys, genau genommen auf so genannten Smartphones. Die Gefahr für die Kunden wird im Moment allerdings noch nicht hoch eingeschätzt. Cabir ist ein solcher Handy-Virus. Er kann in verschiedenen Varianten auftreten und greift vorwiegend Smartphones mit Symbian Betriebssystem an.
Nun wird seit langem darüber spekuliert, ob sich Cabir auch über Bluetooth-Systeme in Autos einnisten könnte. Der finnische Security-Spezialist F-Secure wollte die Probe aufs Exempel machen und hat zu diesem Zweck versucht, einen Toyota Pius einen Tag lang per Bluetooth anzugreifen.
Die Security-Experten benutzten hierfür verschiedene, mit Cabir.B und Cabir.H infizierte Smartphones. Es gelang ihnen aber zunächst nicht, in das System des Autos einzudringen. Dann aber passierte doch was:
Plötzlich gingen alle Lichter am Armaturenbrett an. Das Auto schien tot. Die Türschlösser funktionierten nicht mehr. Das System zeigte eine ernste Warnung an: "Parken Sie Ihr Auto auf einer flachen Ebene und ziehen Sie vollständig die Handbremse." Die Experten starteten sodann das Auto von neuem und alles war wieder normal. Es stellte sich dann heraus, dass die durch die Tests zu stark beanspruchte Autobatterie mittlerweile fast leer war und dieser Umstand das Auto zum "Absturz" brachte.
Cabir war also nicht schuld. F-Secure zieht darum den Schluss, dass "Autoviren", noch stärker als Handy-Viren, ein reiner Medienhype sind. (Wie die Toyota-Ingenieure allerdings das Batterie-Problem zu beheben gedenken, ist nicht bekannt.) (mim)

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