Avenir Suisse warnt vor 5G-Moratorium

7. April 2020, 10:09
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Der liberale Think-Tank fordert die rasche Modernisierung der Mobilfunk-Infrastruktur. Der Bund und seine Experten zeigen sich deutlich zurückhaltender.

Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse kritisiert die Gegner des neuen Mobilfunkstandards 5G scharf. Wenn eine zentrale Infrastruktur nicht mehr modernisiert werde, behindere das die Weiterentwicklung der Gesellschaft, heisst es in einem Positionspapier.
Das Verdikt der Wissenschaft sei klar: In über 40 Jahren Mobilfunk hätten unterhalb der Grenzwerte schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit nicht nachgewiesen werden können, so die beiden Ökonomen, die das Papier verfasst haben.
Deutlich zurückhaltender zeigen sich der Bund und seine Wissenschafter. Nach rund einjähriger Arbeit hatte eine über 20 Mitglieder starke Arbeitsgruppe im Bundesauftrag angemerkt, dass die Datenlage schlecht und eine verlässliche Entscheidungsbasis noch nicht gegeben sei. Derzeit erforscht ein Team der Universität Zürich im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) die Auswirkungen von 5G-Strahlung auf den Menschen.
Die Situation ist verfahren. Gleich fünf Komitees arbeiteten derzeit an Volksinitiativen zum Thema 5G, so Avenir Suisse. Einen solchen "Initiativenwettbewerb zur Abwehr einer neuen Technologie" habe das Land noch nie gesehen.
Die im Raum stehenden "radikalen Forderungen" dürfen laut der Denkfabrik nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn die Telekominfrastruktur sei zentral für das Funktionieren des Landes, was die Coronakrise bestätigt habe. "Eine Schweiz mit einer Telekominfrastruktur, die per Verfassungsbestimmung auf einem veralteten Technologiestandard verharren müsste, würde den Anschluss verpassen", lautet das Urteil.
Gefordert sei nun auch der Bund: Er dürfe sich nicht länger vor seiner Verantwortung drücken. "Die Einberufung einer Expertenkommission nach der anderen und das Hin- und Herschieben der Materie zwischen den Ämtern ist ein allzu durchsichtiges Abschieben von Verantwortung", kritisiert Avenir Suisse.

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