AWS wird hybrider

2. Dezember 2020, 15:57
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Der Cloud-Anbieter kündigt zwei neue Dienste an, die in RZs genutzt werden können.

AWS verändert die Geschäftsstrategie: Statt reiner Cloud-Dienste wird in Zukunft nicht nur zusätzlich eigene Hardware wie Outposts an die Kunden verkauft, sondern auch Services, die diese in ihren eigenen Rechenzentren betreiben können. Das kündigte AWS-Chef Andy Jassy an der Hausmesse re:invent an.
Dazu wird AWS zwei Dienste einführen: "ECS Anywhere" und "EKS Anywhere". Damit öffnet AWS seinen Container-Dienst (ECS) sowie seinen Kubernetes-Dienst (EKS) zum Einsatz ausserhalb der eigenen Cloud. Ab der ersten Hälfte 2021 sollen die Dienste im eigenen Rechenzentrum der Wahl genutzt werden können. Mit den neuen Services liessen sich zukünftig Anwendungen für Cloud und Rechenzentrum gleichzeitig verwalten und betreiben. AWS legt ausserdem die eigene für EKS genutzte Kubernetes-Distribution als Open Source offen.
Eine weitere Ankündigung in diesem Bereich ist die öffentliche Vorschau auf AWS Proton, einen neuen Dienst, der es Entwicklerteams ermöglicht, die Bereitstellung der AWS-Infrastruktur und die Code-Bereitstellung sowohl für serverless als auch für Container-basierte Anwendungen zu verwalten.

Hybride Fähigkeiten als Notwendigkeit

In seiner Keynote bekräftigte Jassy seine Ansicht, dass die meisten Unternehmen zukünftig überwiegend in der Cloud unterwegs sein würden. Es brauche aber Zeit, bis es soweit ist. Daher seien hybride Fähigkeiten – EKS und ECS Anywhere sowie AWS Direct Connect – eine notwendige Voraussetzung für Unternehmenskunden.
"Wir denken, dass eine hybride Infrastruktur die Cloud neben anderen Rand-Knotenpunkten einschliesst, einschliesslich On-Premises-Rechenzentren. Kunden wollen dieselben APIs, dieselbe Steuerungsebene, dieselben Tools und dieselbe Hardware, die sie in AWS-Regionen gewohnt sind. Sie möchten, dass wir AWS effektiv an diese verschiedenen Randknoten verteilen", sagte Jassy.

Gereingere Wachstumsraten als die Konkurrenz

"AWS wird immer mehr zu einem klassischen IT-Anbieter wie IBM, Oracle oder HP-Enterprise", fasst Analyst Holger Müller von Constellation die Entwicklung zusammen. Damit räume AWS-Chef Jassy auch ein, dass IBM, Google und Microsoft Recht hatten, als sie ihre Entwicklungen frühzeitig auf eine neue Multicloud- und Hybridcloud-Welt ausgerichtet hätten. Jassy war diesen Weg nur zögerlich gegangen. AWS wollte seine Kunden gerne allein haben.
Auch wenn AWS mit 45% Marktanteil mit Abstand Cloud-Weltmarktführer ist, waren die Wachstumsraten von zuletzt 29% auf 11,6 Milliarden Dollar im dritten Quartal eher ernüchternd. Das war, trotz Corona-Boom, das geringste Wachstum seit 2015. Die Verfolger können aufholen, Microsoft, die Nummer zwei, wuchs im selben Quartal um 45%, wenn auch auf geringerer Basis.

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