Axa-Chef sieht bei Cyber-Risiken den Staat in der Pflicht

19. März 2018, 10:04
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Der Chef des französischen Versicherungskonzerns Axa, Thomas Buberl, schlägt für die Versicherung von grossen Cyber-Risiken das Schweizer Atomkraftwerk-Modell vor.

Der Chef des französischen Versicherungskonzerns Axa, Thomas Buberl, schlägt für die Versicherung von grossen Cyber-Risiken das Schweizer Atomkraftwerk-Modell vor. So soll die Öffentlichkeit bei einem Schaden einen Teil der Kosten tragen.
Versicherer bieten für Einzelpersonen und Unternehmen zwar Versicherungen gegen die Folgen von Cyber-Angriffen an. Doch Schäden an Systemen mit grossem Schadenspotenzial, wie Infrastrukturanlagen oder staatliche Stellen, sind heute noch kaum versichert. Der Grund dafür ist laut Axa-Chef Thomas Buberl der Preis. "Gerade bei solchen Fällen wird es extrem teuer", sagt er in einem Interview mit der 'NZZ am Sonntag'.
Buberl schlägt darum vor, dass solche Risiken einerseits von den Versicherern zusammen, andererseits von der öffentlichen Hand mitgetragen werden. "Es ist eine zweistufige Lösung. Einerseits ein Pool, in den die Versicherungskonzerne einzahlen, und anderseits eine staatliche Garantie."
Diese Aufteilung der Risikofolgen gibt es bereits bei den Schweizer Kernkraftwerken. Da endet die Deckungspflicht der Versicherer bei 1,2 Milliarden Euro. Den Rest müsste der Bund übernehmen. Bei einem Unglück wie in Fukushima wären das voraussichtlich zwischen 50 bis 190 Milliarden Franken.
Buberl macht bei Cyber-Risiken zudem einen Handlungsbedarf bei der Datengrundlage aus. Zurzeit geben Unternehmen nur ungern bekannt, dass sie angegriffen wurden. "Das müssen wir ändern", sagt Buberl der Zeitung. Wer betroffen sei, solle das öffentlich machen, damit die Versicherer verlässliche Risikomodelle aufstellen könnten. (sda/kjo)

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