B2B-Startups wachsen stärker

2. Dezember 2020, 14:58
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Schweizer Jungfirmen und ehemalige Startups schaffen viele Arbeitsplätze, zeigt ein Report. Insbesondere der Bereich B2B-Services sei eine Jobmaschine.

Schweizer Startups, die in den letzten 10 Jahren gegründet wurden, haben rund 50'000 Arbeitsplätze geschaffen. Dies geht aus dem aktuellen "Swiss Startup Radar" hervor, der von 'Startupticker' und der Universität Lausanne erstellt wurde.
Es zeige sich ein Wachstumsgraben zwischen Startups mit einer Finanzierung durch Risikogeber und Business Angels auf der einen Seite und Jungunternehmen ohne Finanzierung auf der anderen. Letztere würden über die Jahre kaum wachsen und auch nach vielen Jahren kaum mehr als 10 Mitarbeitende beschäftigen, so eine Erkenntnis der Autoren. Nur die Startups mit externen Investoren an Bord würden über das Potenzial verfügen, zu Jobmotoren zu werden. Deshalb seien Fortschritte bei der Zahl von Finanzierungsrunden von volkswirtschaftlicher Bedeutung, halten die Autoren fest.
Erfreulicherweise sei die Anzahl der Startups, die Investoren an Bord holen konnten, in den vergangenen Jahren laufend gestiegen. Die Autoren gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Startups, die sich in KMU mit mehreren Dutzend Mitarbeitenden entwickeln, steigen wird.
Eine Analyse von ehemaligen Schweizer Startups, die zwischen 16 und 20 Jahre alt sind, zeige, dass Unternehmen im B2B-Bereich mehr Wachstum verbuchen als Consumer-fokussierte Firmen. Die Kategorisierung ist jedoch etwas schwierig, denn in die Rubrik B2B-Services fasst der Report sowohl klassische Beratung, Gebäudeunterhalt sowie Simulationen oder Datenanalysen. Dahinter folgen die Bereiche Software und IT sowie Finanz und Security, bei denen B2B im Vordergrund stehen würde. Zum Sektor Finanz und Security zählt der Report Finanzdienstleistungen und Fintech, Crypto-Startups sowie IT-Security.
Wie viele Mitarbeitenden diese 16 bis 20 Jahre alten Unternehmen beschäftigen, hängt laut Analyse stark davon ab, ob das Unternehmen externe Investitionen erhalten hat. Im Bereich Software und IT beschäftigen Firmen ohne externes Kapital im Schnitt 10,1 Mitarbeitende; mit externem Kapital sind es dreimal so viel. Im Bereich Finance & Security sind es 13,8 versus 34,7.
Der Startup Radar erscheint seit 2018 jährlich und bietet eine quantitative Analyse der Schweizer Startup-Szene im internationalen Vergleich. Für den Report seien Daten von Crunchbase, dem Institut für Jungunternehmen IFJ, Bisnode und weiteren Quellen verwendet worden, darunter eine eigene Startup-Datenbank. Der Report ist online verfügbar.  

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