Bafu holt externe IT-Spezialisten

29. April 2013, 10:23
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Fasel IT Services, Born Informatik, Wistar Informatik und Kidston People erhalten Zuschläge für Rahmenvertrag. Doch auch interne Ressourcen auf Departementsebene wurden ausgebaut.

Fasel IT Services, Born Informatik, Wistar Informatik und Kidston People erhalten Zuschläge für Rahmenvertrag. Doch auch interne Ressourcen auf Departementsebene wurden ausgebaut.
Der Bund gibt für den Personalverleih von IT-Spezialisten Jahr für Jahr Millionen aus. Auch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat sich die nötigen personellen Ressourcen bislang mittels einzelner WTO-Ausschreibungen beschafft. Nun geht das Bafu einen neuen Weg: "Fortan nutzen wir die neue Möglichkeit des Personalverleihs via Rahmenvertrag", bestätigt Bafu-Sprecher Adrian Aeschlimann gegenüber inside-it.ch. Der Vorteil gegenüber einzelner WTO-Ausschreibungen sei, dass man so in Projekten flexibler agieren könne.
Anfang dieser Woche haben nun vier Anbieter im Rahmen einer Ausschreibung Zuschläge für einen Rahmenvertrag erhalten. Zum Zug kommen Fasel IT Services aus Brünisried, Born Informatik aus Bern, Wistar Informatik aus Köniz sowie Kidston People aus Zug. Die Verträge mit den IT-Personalverleihern gelten über die nächsten vier Jahre bis Mitte 2017. Einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Leistungserfüllung haben die Firmen aber nicht.
Gemäss publizierter Ausschreibung beläuft sich der gesamte Ressourcenbedarf dieser Beschaffung auf maximal 46'000 Stunden. Benötigt werden unter anderem Projektleiter, Projektassistenten und Supporter. Das Bafu wird bis 2017 für maximal rund 6 Millionen Franken personelle Leistungen über die vier genannten Firmen beziehen.
Heikle Zusammenarbeit mit Externen
Das Bundesamt steht in Sachen IT vor "grossen Herausforderungen", hiess es im jüngsten Jahresbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle. Involviert waren unter anderem zwei IT-Unternehmen und ein im Auftragsverhältnis arbeitender externer Mitarbeiter. Das Projekt wurde mittlerweile gestoppt. Über sechs Millionen Franken gingen dadurch verloren. Dieses Projekt sowie das Projekt "Geografisches Informationssystem" galten laut der Finanzaufsicht vor einigen Jahren als Treiber, um die IT-Architektur beim Bafu zu vereinheitlichen. Aufgrund des Projektstopps befindet sich das Bafu nun im Hintertreffen.
Die Finanzkontrolle kritisierte in ihrem Jahresbericht, dass "Schlüsselpositionen durch Externe besetzt" wurden. Beanstandet wird konkret "die Mehrzahl an Externen gegenüber Internen", denn dies berge Risiken im Zusammenhang mit Wissenstransfer und Entscheidungskompetenz. Die Finanzkontrolle zeigt nun aber auf Anfrage von inside-it.ch Verständnis dafür, dass man für gewisse Leistungen nach wie vor auf Externe zurückgreifen muss. Darüber hinaus habe inzwischen das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die internen IT-Ressourcen gestärkt, um die Ämter zu unterstützen, so die Finanzaufsicht.
Das Bafu bestätigt dies und betont nun auf Anfrage, dass die Kosten für die Externen jährlich rund zehn Prozent des IT-Budgets ausmachen. Mit dem Rahmenvertrag könne man die finanziellen Mittel effizienter einsetzen. In Bezug auf die anstehende Umstellung in der IT betonen Finanzkontrolle und Bafu gegenüber inside-it.ch, dass sich das Bafu auf gutem Weg befinde, die angesprochenen Punkte zu verbessern. Die Finanzaufsicht hatte im Jahresbericht empfohlen, eine detaillierte Planung für die Umsetzung der Informatikstrategie zu erstellen. 2014 dürften diese abgeschlossen sein. (Maurizio Minetti)

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