Bakom hat jedes dritte .swiss-Gesuch abgelehnt

20. November 2015, 15:09
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Das Bakom hat eine Liste mit akzeptierten Bewerbungen für .swiss-Domains veröffentlicht.

Das Bakom hat eine Liste mit akzeptierten Bewerbungen für .swiss-Domains veröffentlicht. Wer alles eine möchte und für welche Adressen Bewerber abgelehnt wurden.
Seit heute ist die Liste der akzeptierten Gesuche für die neue .swiss-Domain öffentlich einsehbar. Das Bakom hat zuvor während einer ersten Bewerbungsphase über die Berechtigung jeder einzelnen Bewerbung geurteilt – und prompt beinahe jedes dritte Gesuch zurückgewiesen: Von knapp 10'000 Anfragen schafften es nur 7000 durch die Prüfung.
Etwa die Hälfte der 3000 abgelehnten Anträge bezog sich auf generische Begriffe, die in der ersten Bewerbungsrunde nicht zugelassen waren, wie Ralf Lobsiger vom Bakom gegenüber inside-it.ch schreibt. Bei vielen sei ausserdem der Bezug zur Firma nicht klar gewesen oder das Unternehmen war nicht im Handelsregister eingetragen.
Geringes Interesse der ICT-Branche
In einer kurzen Stichwortsuche tauchte in der Liste der akzeptierten Gesuche Abraxas mit einem Antrag auf und auch die SIX Group hätte gerne eine .swiss-Adresse. Swisscom hofft auf fünf. Bei den Grossen im E-Commerce stehen etwa Amazon und Brack auf .swiss, während Digitec es vorerst lieber sein lässt.
Mässig neugierig sind auch die 2300 Gemeinden, die nur gerade 160 Domains möchten - die Anträge von Tourismusbüros allerdings nicht mitgerechnet. Witzig: Hier und dort haben sich Gemeinde und Tourismusbüro auf dieselbe Domain beworben - und sind jetzt de Fakto Konkurrenten. So geschehen etwa in Saas-Almagell.
Detailhändler, ein Verlag und die SBB
Gross ist das Interesse dafür anderswo: Während bei den Medien zwar die meisten grossen Verlage vorläufig auf die Luxus-Domains verzichten (Ausnahme: NZZ), greift AZ Medien gleich nach deren dreissig. Noch mehr will die SBB mit 43 Stück. Und während Migros mit etwa 30 Adressen liebäugelt, ist Coop im kurzen Test von inside-it.ch einsamer Spitzenreiter mit 57 Adressen für alle möglichen Konzernteile, Produkte und deren landessprachliche Schreibweisen.
Den Preis für den Antrag auf die wahrscheinlich längste Domain teilen sich übrigens drei Parteien. Ihre Wunschdomains haben je 38 Zeichen und lauten bongenie-grieder-brunschwiggroup.swiss, seginternationalrecruitmentforum.swiss und tribunauxdelaconfederationsuisse.swiss.
Und was ist jetzt mit sex.swiss?
Und zum Schluss noch die Frage, auf deren Antwort Sie alle gewartet haben dürften: Nein, sex.swiss steht nicht auf der Liste. Zwei Parteien haben zwar Anträge auf die Domain gestellt, doch wurden beide abgelehnt, wie Rolf Lobsiger vom Bakom gegenüber inside-it.ch schreibt. In einer weiteren Bewerbungsphase, in der auch die Anträge auf generische Domains zugelassen sein werden, dürfen sie es aber erneut versuchen.
Allerdings waren generische Begriffe nicht ganz von dieser ersten Bewerbungsrunde ausgeschlossen. Ganz wenige schafften es durch das Prozedere, darunter etwa die Brauerei Falken mit adamundeva.swiss, dem Namen eines Apfelbiers. Von den Kontrolleuren ebenfalls akzeptiert wurde arbeitszeugnis.swiss. Wie Lobsiger erklärt, sei der Antragsteller Inhaber der Marke "Arbeitszeugnis Schweiz". Deshalb erfülle sein Gesuch die Registrierungsbedingungen a priori.
Interessierte haben nun 20 Tage Zeit, um bis zum 9. Dezember Einwände und Kommentare zu einzelnen Anträgen oder ein Konkurrenzgesuch einzureichen. (mik)

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